Wirksam wird MSR erst als gelebter Prozess. Ausgangspunkt ist eine Gefährdungs‑ und Funktionsanalyse: Welche Zonen/Funktionen gibt es? Welche Schutzziele, Prioritäten und Verriegelungen gelten (z. B. Brandfall, Frostschutz, Netzausfall)? Daraus entsteht eine „Sequence of Operation“ je Anlage/Zone, mit eindeutigem Datenpunkt‑/Adresskonzept und benannten Rollen (Anlagen‑/Arbeitsverantwortliche, GA/MSR‑Admin, Hygiene‑/Brandschutz‑Schnittstellen). VDI 3814 liefert hierfür die Taxonomie von GA‑Funktionen und Datenpunkten; ISO 16484‑3 (BACS‑Funktionsliste) unterstützt die strukturierte Spezifikation. In der Technik zählen die Basics: Sensorik richtig auswählen, platzieren und drift‑/plausibilitätsgeprüft betreiben; Aktoren mit definierter Fail‑Position und Rückmeldung; Regelung stabil ausgelegt (Anti‑Windup, Totzonen, Prioritäten), Zeitprogramme mit Feiertags‑/Belegungskalender; Alarmierung mit Klassen, Eskalation und Rauschfilter (keine Alarmflut). Energetisch werden Strategien aus EN ISO 52120‑1 pragmatisch umgesetzt (z. B. Optimized Start/Stop, bedarfsgeführte Volumenströme, Lastmanagement) und saisonal feinjustiert. Betrieblich gilt Disziplin: Änderungen laufen über ein Management of Change (Begründung, Test, Freigabe, Rollback), Handbetrieb erhält ein Ablaufdatum, Backups/Versionen der Regler‑/Serverstände sind gepflegt, Trends (auflösungs‑ und tiefengeeignet) zeichnen Soll‑/Ist‑/Stellgrößen auf. IT/OT‑seitig orientiert man sich an den BSI‑Empfehlungen: segmentierte Netze, gehärtete Systeme, geregelte Fernzugänge, Patch‑Fenster mit Rückfallplan. Abnahme/Übergabe sind nicht nur Sichtprüfungen, sondern Funktions‑ und Wirksamkeitstests: Ketten‑ und Szenarientests (Brandfall, Black‑/Brown‑out, Wiederanlauf), dokumentierte Messwerte, Abgleich von Plänen, Datenpunkten, Alarm‑ und Trendkatalogen – idealerweise mit AMEV/öffentlichen Empfehlungen als rotem Faden. Dokumentation heißt: as‑built‑Pläne, Funktionsbeschreibungen, Datenpunktlisten, Alarm‑/Trendkataloge, Benutzer‑/Rechteübersichten, Prüf‑/Wartungs‑ und Änderungsjournale – systemgestützt im CAFM/EAM, gekoppelt mit der GA‑Historie.