Ausführungsplanung für Mess-, Steuer- und Regeltechnik
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Prüfanweisung für die Ausführungsplanung MSR-Technik
Geprüft wird die Ausführungsplanung der MSR-Technik für sämtliche gebäudetechnischen Anlagen im Neubau (z. B. Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Fertigungs- und Prozessanlagen, Gebäudeautomation). Schwerpunkt ist die funktionale Bewertung der Planung: Es wird beurteilt, ob die geplante MSR-Technik die vorgesehenen Regel- und Steuerungsaufgaben unter den geforderten Kriterien – wie Regelgüte, Ausfallsicherheit, Energieeffizienz und Automatisierungsgrad – erfüllt. Zugleich werden technische Umsetzungsdetails (Sensorik, Aktorik, Verkabelung, Schaltschränke etc.), die Integration in die Gebäudeleittechnik oder Prozessleittechnik, konzipierte Redundanz- und Sicherheitsfunktionen sowie die Dokumentation überprüft. Die Prüfanweisung orientiert sich an deutschen Normen, Richtlinien und Vertragsbedingungen, darunter DIN- und VDI-Richtlinien sowie der VOB/C ATV für Gebäudeautomation. Die funktionale Prüfanweisung für die Ausführungsplanung MSR-Technik stellt sicher, dass alle Aspekte – von den Regelfunktionen über die Hardware-Umsetzung bis zur Dokumentation – systematisch bewertet werden. Durch die enge Verzahnung mit geltenden Normen (DIN, VDI, VDE, EN) und Vertragswerken (HOAI, VOB) bietet sie Fachplanern und Prüfern einen Leitfaden, um Planungsqualität und Regelkonformität nachzuweisen. Besonderes Augenmerk gilt der funktionalen Eignung der MSR-Anlagen: Die Planung muss gewährleisten, dass das Gebäude im Betrieb die gewünschte Performance, Sicherheit und Effizienz erreicht. Etwaige festgestellte Mängel sind vor Ausschreibung bzw. Ausführung zu beseitigen – dies vermeidet kostspielige Änderungen im Nachhinein und trägt zu einem reibungslosen Projektablauf bei.
- Regelgüte
- Ausfallsicherheit
- Energieeffizienz
- Automatisierungsgrad
- Technische
- Signalübertragung
- Schaltschranktechnik
- Verdrahtung
- Einhaltung
- Integration
- Prozessleittechnik
- Sicherheitsfunktionen
- Sicherheitsgerichtete
- Gefahrenfunktionen
- Dokumentation
- Anforderungen
- Prüftabelle
Regelgüte (Qualität der Regelung)
Unter Regelgüte versteht man, wie genau und stabil ein Regelkreis seine Führungsgröße (Sollwert) einhält. Die Ausführungsplanung sollte sicherstellen, dass alle Regelkreise (z. B. Raumtemperaturregelung, Druckhaltung in einer Prozessleitung) mit angemessener Genauigkeit und Dynamik arbeiten.
Dabei sind folgende Punkte zu prüfen:
Auslegung der Regelstrecken: Wurden für jeden Regelkreis geeignete Sensoren mit ausreichender Genauigkeit und passender Messspanne ausgewählt, und an optimalen Messorten platziert? Die Platzierung der Sensorik muss repräsentative Messwerte liefern (z. B. Temperaturfühler nicht in Zugluft oder Wärmestau). Zudem sollten Stellglieder (Ventile, Klappen, Frequenzumrichter) richtig dimensioniert sein, um das erforderliche Stellvermögen ohne übermäßige Über- oder Untersättigung zu ermöglichen.
Regelalgorithmus und Parameter: Sind die vorgesehenen Regler (PID-Regler, Zweipunktregler etc.) für die gegebene Aufgabe geeignet und korrekt parametrierbar? In der Planung sollten Regelparameter oder Vorgaben für die Inbetriebnahme festgelegt sein, um Überschwingen, Instabilitäten oder zu lange Ausregelzeiten zu vermeiden. Regelgüteklassen oder Toleranzbänder (z. B. ±1 K Raumtemperatur) können als Anforderungen definiert sein.
Störgrößen und Dynamik: Wurden relevante Störgrößen berücksichtigt (z. B. Wärmelasten, Witterungseinflüsse) und sind Konzepte zur Kompensation vorgesehen (wie z. B. Vorlauftemperatur-Korrektur anhand Außentemperatur)? Die Reaktionszeit der Regelung muss mit der Prozessdynamik harmonieren. So sollte etwa bei schnellen Produktionsprozessen die MSR-Technik entsprechend schnelle Sensoren/Aktoren und Abtastraten vorsehen.
Bewertung:
Die Planung erfüllt die Anforderungen an die Regelgüte, wenn aus den Unterlagen hervorgeht, dass jeder Regelkreis im vorgesehenen Betriebsbereich stabil auf den Sollwert geregelt werden kann. Nachweise können sich aus MSR-Funktionsbeschreibungen und Regelschemata ergeben, in denen Regelstrategie, Sollwerte und Toleranzen klar dargestellt sind.
Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit
Die Ausfallsicherheit bezieht sich darauf, dass die MSR-Anlagen auch bei Fehlern oder Ausfällen einen sicheren oder eingeschränkten Betrieb ermöglichen und möglichst keine kritischen Prozesse unkontrolliert bleiben.
Bei der Prüfung ist zu untersuchen, ob die Planung angemessene Maßnahmen für Fehlertoleranz und Betriebssicherheit vorsieht:
Fail-Safe-Konzept: Für jeden Aktor mit Sicherheitsrelevanz (z. B. Ventile in Dampfleitungen, Sicherheitstemperaturbegrenzer) muss festgelegt sein, in welche sichere Stellung das Gerät bei Spannungsverlust oder Signalfehler fährt (auf, zu oder bleiben). Solche Fail-Safe-Positionen sollten in den Funktionsbeschreibungen klar definiert sein. Auch das Verhalten bei Sensorfehlern (Ersatzwerte, Alarmierung) ist zu planen.
Redundanzen: Sind bei kritischen Mess- und Steuerschleifen redundante Ausführungen vorgesehen? Beispielsweise können zwei redundante Sensoren mit Mittelwertbildung oder Hot-Standby-Konfiguration zum Einsatz kommen, wenn ein Ausfall gravierende Auswirkungen hätte. Ebenso könnten redundante Steuerungen oder Netzwerkpfade bei zentralen MSR-Komponenten (z. B. Gebäudeleitrechner, speicherprogrammierbare Steuerungen) erforderlich sein. (Details zu Redundanzen siehe Abschnitt Redundanz- und Sicherheitsfunktionen.)
USV und Pufferung: Für Anlagen, die kontinuierlich laufen müssen (z. B. Rechenzentrumskühlung, sicherheitsrelevante Abluft), ist in der Planung die Versorgung über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) oder Notstromanlage zu berücksichtigen. Es ist zu prüfen, ob entsprechende Anschlüsse und Umschalteinrichtungen geplant sind, sodass MSR-Komponenten bei Netzausfall weiter funktionieren oder kontrolliert herunterfahren.
Alarmierung und Störfallmanagement: Die MSR-Planung sollte bei Störungen klare Alarm- und Eingreifmöglichkeiten vorsehen. Beispielsweise sollten Grenzwertverletzungen oder Komponentenausfälle an die Gebäudeleittechnik gemeldet werden (Störmeldungen) und ggf. automatische Notfallprozeduren auslösen. Ein Störfallmanagement mit Priorisierung (welche Störungen kritisch sind und sofortige Maßnahmen erfordern) ist integraler Bestandteil der funktionalen Planung.
Eine ausfallsichere MSR-Planung liegt vor, wenn bei jedem betrachteten Ausfallszenario entweder ein sicherer Zustand automatisch erreicht wird oder eine Alarmierung mit definiertem Handlungsplan erfolgt. Die Prüfer achten darauf, dass in den MSR-Schemen und Funktionslisten Hinweise auf Redundanzen, Notbetriebskonzepte oder Überbrückungsmöglichkeiten vorhanden sind.
Energieeffizienz der Regelung
Moderne MSR-Technik trägt wesentlich zur Energieeffizienz eines Gebäudes und der Prozesse bei.
Die Ausführungsplanung sollte dahingehend geprüft werden, ob alle Chancen zur Energieeinsparung durch die Mess- und Regeltechnik genutzt werden:
Optimierte Sollwertvorgaben: Sind Betriebsarten wie Nachtabsenkung, Standby, Komfort für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaregelungen vorgesehen? In Funktionsbeschreibungen sollten energieoptimierte Sollwerte für unbenutzte Zeiten (z. B. Absenkung der Raumtemperatur nachts) und adaptive Regelfunktionen (wie Start-/Stopp-Optimierung je nach Gebäudeaufheiz-/Abkühlverhalten) definiert sein. Der Wechsel zwischen Komfort- und Energiesparbetrieb kann manuell, zeitprogrammabhängig oder über Präsenzmelder erfolgen.
Vermeidung gleichzeitigen Heizens und Kühlens: Die MSR-Planung muss sicherstellen, dass z. B. Heiz- und Kühlventile nicht gleichzeitig geöffnet sind (Sperrbindungen). Energetisch kontraproduktive Zustände sollten durch logische Verknüpfungen ausgeschlossen sein.
Regleroptimierung: Wurden Regelstrategien gewählt, die Energie sparen? Beispiele: Konstantlichtregelungen für die Beleuchtung (Tageslichtnutzung mit Dimmung), variabler Volumenstrom in Lüftungsanlagen (Drehzahlregelung statt Drosselung), bedarfsgeführte Pumpensteuerungen (Differenzdruckregelung) etc. Solche Maßnahmen reduzieren den Energieverbrauch deutlich, sollten aber in der Planung durch entsprechende Komponenten (z. B. Frequenzumrichter) und Sensorik (z. B. CO₂-Sensoren für bedarfsgerechte Lüftung) verankert sein.
Monitoring und Optimierung: Die Integration eines Energiecontrollings oder die Auswertung von Verbrauchsdaten durch die Gebäudeleittechnik kann Teil der Planung sein. Sind Zähler (Wärme, Strom) in die MSR eingebunden und werden deren Werte erfasst und ausgewertet? Die Planung könnte vorsehen, bestimmte Kennzahlen zu überwachen (z. B. kWh/m²) und Optimierungsroutinen zu unterstützen.
Die MSR-Planung ist energieeffizient, wenn sie alle oben genannten Prinzipien weitestgehend berücksichtigt. In den Planunterlagen sollten Betriebsarten mit Energiesparstufen, Verknüpfungsbedingungen zur Vermeidung von Energieverschwendung und technische Vorkehrungen (z. B. Frequenzumrichter, Zählerintegration) ersichtlich sein. Normativ relevant ist hier auch die neue DIN VDE 0100-801 zur energieeffizienten Anlagenplanung, welche umfassende Empfehlungen zur Planung im Hinblick auf Betreiberenergieziele gibt.
Automatisierungsgrad und Funktionalität
Der Automatisierungsgrad beschreibt, in welchem Umfang die Anlagen automatisch (ohne manuelle Eingriffe) betrieben werden können. Eine hohe Automatisierung kann Bedienpersonal entlasten und Fehler reduzieren, muss aber zur Komplexität der Anlage passen.
Prüfschwerpunkte sind:
Passender Automatisierungsgrad: Ist die MSR-Lösung weder über- noch unterdimensioniert in Bezug auf Automation? In Verwaltungsbereichen (Büros) ist meist eine weitgehende Automatisierung mit zentraler Gebäudeleittechnik sinnvoll (Zeitprogramme, Szenarien, Fernauslese). In Produktionsbereichen kann es spezielle manuelle Eingriffsmöglichkeiten geben müssen. Die Planung sollte ein klares Bild vermitteln, welche Funktionen vollautomatisch ablaufen (z. B. Klimaregelung, Prozesssteuerung), wo eine Vor-Ort-Bedienung vorgesehen ist und welche Eingriffe durch Betreiber personal erfolgen können.
Bedien- und Überwachungskonzept: Gehören Visualisierung und Leitfunktionen zum Lieferumfang? Auf der Managementebene einer Gebäudeautomation werden Anlagen überwacht, optimiert und bei Störungen alarmiert. Die Planung sollte Bediengeräte (z. B. Touchpanels, Leitstand-PCs) und Visualisierungssoftware vorsehen. Wichtig ist, dass z. B. Raumregler für Nutzer einfach bedienbar sind, aber gleichzeitig zentrale Leitstände wichtige Parameter überschreiben können. Ein konsistentes Bediendevice-Konzept (zentrale/dezentrale Bedienung) muss erkennbar sein.
Automatisierte Abläufe: Sind Sequenzen, die aus mehreren Schritten bestehen, als automatisierte Programme vorgesehen? Beispiel: Beim Anfahren einer Produktionsanlage könnten Ventile, Pumpen etc. in bestimmter Reihenfolge öffnen – solche Anfahr- und Abfahrsequenzen sollten als Programm in der MSR-Steuerung implementiert sein. Die Prüfanweisung erwartet in den Funktionslisten Angaben zu solchen Sequenzen. Ebenso können Störfallprogramme automatisiert ablaufen (z. B. Notkühlung einschalten und Anlage abschalten bei Übertemperatur).
Schnittstellen für Erweiterungen: Ein zukunftssicherer Automatisierungsgrad bedeutet auch, dass die MSR-Technik erweiterbar ist (z. B. freie Ein-/Ausgänge, modulare Steuerungen) und ggf. mit anderen Systemen kommunizieren kann (Stichwort IoT oder Industrie 4.0). Die Planung könnte vorsehen, dass offene Standards genutzt werden, um später zusätzliche Sensoren/Aktoren oder übergeordnete Optimierungssoftware anzubinden.
Bewertung:
Der Automatisierungsgrad ist angemessen, wenn die Planung einen weitgehend selbsttätigen Betrieb aller Standardfunktionen erlaubt, dabei aber die Kontrolle durch Bediener (über Leittechnik oder vor Ort) gewährleistet. Dokumente wie Steuerdiagramme oder Funktionsbeschreibungen sollten klar aufzeigen, welche Abläufe automatisch gesteuert werden und wo Benutzereingriffe möglich oder erforderlich sind. Unnötig manuelle Routineeingriffe deuten auf unzureichende Automation, während übermäßige Komplexität ohne Nutzwert vermieden werden sollte.
Technische Aspekte der MSR-Ausführungsplanung
Neben der funktionalen Eignung muss auch die technische Ausführung der MSR-Anlagen in den Planungsunterlagen geprüft werden. In Leistungsphase 5 werden alle Komponenten konkret festgelegt und detaillierte technische Pläne erstellt. Folgende Aspekte stehen im Fokus: Sensoren und Aktoren, Signalübertragung, Schaltschrankbau, Verdrahtung sowie die Einhaltung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Diese Faktoren beeinflussen die Zuverlässigkeit, Wartbarkeit und Sicherheit der MSR-Technik maßgeblich. Sensoren (Messfühler, Detektoren) und Aktoren (Stellglieder wie Ventile, Klappen, Motoren) sind die Fühler und Muskeln jedes MSR-Systems. Die Ausführungsplanung muss für jeden Mess- und Stellpunkt die richtigen Geräte vorsehen und deren Einbauort definieren.
Prüfkriterien sind u.a.:
Typenwahl: Sind die Messgeräte für die gemessene Größe geeignet (z. B. Temperatur, Druck, Füllstand) und weisen sie die erforderliche Genauigkeit und Robustheit auf? In explosionsgefährdeten Bereichen müssten z. B. EX-geschützte Sensoren eingeplant sein. Auch die Messbereichsauswahl ist kritisch – ein Sensor sollte den zu erwartenden Bereich mit guter Auflösung abdecken. Ähnlich ist bei Aktoren auf geeignete Charakteristik (z. B. Ventilkennlinie linear/equal-percentage) und Auslegung (Nennweite, Drehmoment) zu achten.
Platzierung: Die Zeichnungen (Grundrisse, Schemata) sollten erkennen lassen, wo die Sensoren/Aktoren installiert werden. Für Sensoren gilt: repräsentative Messorte (z. B. Temperaturfühler in Raummitte in 1,5 m Höhe, Drucksensor an ruhig strömender Stelle der Leitung). Bei Aktoren: zugängliche Montageorte (Ventile nicht an unzugänglichen Stellen) und richtige Einbaulage (z. B. Durchflussrichtung bei Ventilen). Zudem muss die Umgebung berücksichtigt sein – extreme Temperaturen, Feuchtigkeit oder Schmutz dürfen die Funktion nicht beeinträchtigen oder entsprechende Schutzeinhausungen sind vorzusehen.
Kompatibilität: Passen Sensoren und Aktoren zur restlichen MSR-Technik? Beispiel: Werden Ventile mit dem richtigen Stellsignal (0–10 V, 4–20 mA, digital via BUS) angesteuert, das vom Regler ausgegeben wird? Haben Sensoren passende Ausgangssignale (analog/digital) für die geplanten Eingänge? Im Auslegungsbericht oder den Datenpunktlisten sollte die Signalart festgehalten sein. Auch mechanische Kompatibilität (Anschlüsse, Gewindegrößen) sollte stimmen.
Kennzeichnung: In der Planung (Stücklisten, Pläne) müssen alle Sensoren/Aktoren eindeutig gekennzeichnet sein (Messstellen-Nummern nach Anlagenkennzeichnungssystem, z. B. nach DIN EN 81346 oder VDI 3814). Dies erleichtert die Zuordnung im Prüflauf. Prüfer sollten stichprobenartig kontrollieren, ob die Kennzeichnung konsistent durchgezogen ist und in Plänen, Listen und Schaltschrankaufbau übereinstimmt.
Bewertung:
Die Sensoren- und Aktorenauswahl ist korrekt, wenn jedem Mess- und Stellpunkt ein passendes Gerät zugeordnet ist, das den technischen Anforderungen und Umgebungsbedingungen entspricht. Alle Geräte sollten in den Unterlagen (Listen, Schemen) auftauchen. Unklare oder fehlende Angaben (z. B. „Sensor bauseits“ ohne Spezifikation) sind zu bemängeln. Die Planung soll letztlich so präzise sein, dass ein Fachunternehmen genau weiß, welches Feldgerät wo zu installieren ist.
Signalübertragung und Kommunikation
Die Signalübertragung umfasst alle Wege, auf denen Messwerte von Sensoren zur Steuerung gelangen und Stellbefehle zu den Aktoren. In modernen MSR-Anlagen gibt es eine Vielfalt an Signaltypen: analoge 0–10 V/4–20 mA-Signale, digitale Ein-/Ausgänge, Bussysteme (z. B. BACnet, Modbus, Profibus) und Funkstrecken.
Prüfpunkte hierbei:
Übertragungsarten: Sind für die jeweilige Aufgabe geeignete Übertragungsarten gewählt? Analoge Signale sind einfach, aber störanfällig und begrenzt in Reichweite; digitale Feldbusse ermöglichen Mehrfachsignale über eine Leitung und Integration komplexer Geräte. Die Planung sollte den Einsatz entsprechender Kommunikationsprotokolle klar ausweisen. Beispielsweise mag es sinnvoll sein, in einem Verwaltungsbau für die Raumautomation einen Gebäudebus (BACnet oder KNX) zu verwenden, während in einer Produktionsanlage eher SPS-E/A und ggf. Profinet eingesetzt werden. Wichtig ist die Durchgängigkeit: Schnittstellen zwischen verschiedenen Systemen (z. B. HLK-Regler zu Gebäudeleittechnik) müssen definiert sein.
Entfernungen und Dämpfung: Lange Leitungswege können analoge Signale dämpfen oder Störungen einfangen. In großen Industriehallen mit weit entfernten Sensoren sollte die Planung entweder verstärkte Signale (4–20 mA statt 0–10 V) oder lokale Unterstationen vorsehen. Bei Bus-Systemen ist auf Topologie und maximale Segmentlängen gemäß Herstellervorgaben zu achten (ggf. Repeater oder Busverteiler einplanen). Die Prüfer sollten in Kabelplänen oder Notizen zur Leitungsführung darauf achten, ob weitläufige Bereiche entsprechend berücksichtigt wurden.
Bandbreite und Geschwindigkeit: Bei manchen Prozessen spielt die Übertragungsgeschwindigkeit eine Rolle (z. B. schnelle Regelkreise, viele gleichzeitige Signale). Die gewählten Systeme müssen die nötige Datenrate schaffen. Ethernet-basierte Lösungen (BACnet/IP, Profinet) bieten hohe Bandbreiten, klassische Feldbusse haben Limits. Die Planung sollte kritisch prüfen, ob z. B. auf einem BUS-Strang nicht zu viele Geräte hängen, was zu Verzögerungen führt. Falls detaillierte Berechnungen nicht vorliegen, kann ein Erfahrungswert herangezogen werden (z. B. max. 60–70 % Busauslastung in Spitzenzeiten).
Adressierung und Struktur: Bus-Teilnehmer und Signalpunkte müssen sinnvoll adressiert und strukturiert sein. Das Datenpunktverzeichnis (Datenpunktliste) sollte die Adressen der Softwarepunkte oder Bus-Objekte enthalten. Hier prüfen, ob die Adressvergabe konsistent und lückenlos ist. (Beispiel: KNX-Gruppenadressen, Modbus-Register, BACnet-Objekte – sind sie dokumentiert?). Im Idealfall wurde nach VDI 3814 oder ISO 16484 ein herstellerneutrales Datenpunkt-Konzept gewählt, um Austauschbarkeit zu gewährleisten.
Bewertung:
Die Signalübertragung ist fachgerecht geplant, wenn die Unterlagen zeigen, dass alle Sensoren/Aktoren mit der Zentrale/Steuerung verbunden werden können, mit geeigneter Technik und ohne Überlastung. Kritisch wäre z. B., wenn ein Kabelschema fehlt oder unklar bleibt, wie Signale aus einem entlegenen Anlagenteil zur Steuerung kommen. Die Prüftabelle enthält dazu Punkte wie „Signalwege vollständig dargestellt“ und „Auswahl der Bussysteme passend und nachvollziehbar“.
Schaltschranktechnik und Steuerungseinrichtungen
Die Schaltschränke beherbergen Steuerungen, Ein-/Ausgangsmodule, Netzteile, Klemmen usw. Die Qualität der Planung zeigt sich hier im Detail: ausreichende Platzreserven, Klimatisierung, sichere Stromversorgung, Zugänglichkeit für Wartung.
Wichtige Prüfpunkte:
Anzahl und Position der Schaltschränke: Die Planung sollte angeben, wo Schaltschränke aufgestellt werden (Aufstellräume, ggf. klimatisierte Schalträume) und wie viele es sind. In einem Industrie-Neubau kann es sinnvoll sein, die MSR auf mehrere verteilte Schaltschränke aufzuteilen (z. B. pro Etage oder pro Anlagenteil), um Leitungswege zu minimieren. Hier ist zu prüfen, ob dieses Konzept nachvollziehbar ist. Zentralisierung vs. Dezentralisierung muss zur Anlagenstruktur passen.
Schaltschrankaufbau und Komponenten: Sind Stromlaufpläne bzw. Aufbaupläne vorhanden, aus denen hervorgeht, welche Komponenten (SPS, DDC-Module, Reihenklemmen, Sicherungen, Schütze etc.) verbaut werden? Diese Pläne müssen prüfen lassen, ob Trennungen nach Spannungsarten vorgenommen wurden (z. B. Feldbus/Sensorik getrennt von 230 V-Versorgung in separaten Feldern) und ob alle Sicherheitsanforderungen eingehalten sind. Beispielsweise fordert DIN VDE 0100 entsprechende Abstände und Berührungsschutz im Schaltschrank. Auch die Größe der Schränke sollte Reserveflächen (~20 % Platzreserve für Nachrüstungen) bieten.
Kennzeichnung und Dokumentation: Jeder Stromkreis, jede Klemme und jedes Gerät im Schaltschrank muss eindeutig beschriftet sein. Die Planung sollte Kabellisten oder Klemmenpläne enthalten. Hier wird geprüft, ob ein Kennzeichnungssystem (z. B. nach EN 81346 Kennbuchstaben) durchgängig umgesetzt ist. Laut VOB/C DIN 18386 müssen z. B. Schaltpläne und Beschriftungen bestimmten Standards genügen.
Steuerungshardware: Es ist festzustellen, ob die ausgewählte Steuerungseinheit (SPS oder DDC) die Anzahl der Ein-/Ausgänge und die erforderlichen Kommunikationsschnittstellen bereitstellt. Eventuell sind Spezialbaugruppen (z. B. schnelle Zähler, analoge Ausgabekarten, Busankoppler) nötig – diese sollten in Stücklisten auftauchen. Die CPU-Leistung der Steuerung sollte ausreichend sein, um das Automationsprogramm flüssig auszuführen (gerade bei vielen Regelkreisen oder komplexen Algorithmen). Überdimensionierung ist hingegen kostspielig, aber meist unkritisch in der Prüfung.
Netzschutz und Erdung: Die Planunterlagen sollen zeigen, wie Schaltschränke mit Energie versorgt werden (eigene Unterverteilung, Absicherung, RCDs falls erforderlich). Auch Überspannungsschutz (Surge Protection) an den Schaltschrank-Einspeisungen oder für empfindliche MSR-Kreise kann Thema sein. Die Erdungsverhältnisse (Schutzleiter, Potentialausgleich) müssen gemäß VDE 0100 umgesetzt sein.
Bewertung:
Eine solide Schaltschrankplanung erkennt man an vollständigen Schaltplänen, Stücklisten der Komponenten und sauberen Aufbaubeschreibungen. Der Prüfer stellt z. B. sicher, dass alle MSR-Feldgeräte in den Stromlaufplänen berücksichtigt sind (jeder Sensor führt auf einen Klemmenanschluss, jeder Aktor hat eine Ansteuerung). Offene Punkte wie fehlende Sicherungsangaben oder unklare Modulbezeichnungen sind zu beanstanden. Insgesamt muss die Planung die ordnungsgemäße Errichtung der MSR-Schaltschränke nach geltenden Elektro-Normen ermöglichen (DIN VDE 0100 und DIN EN 61439 für Schaltanlagen).
Verdrahtung und Verkabelung
Die Verdrahtung ist das Nervensystem der MSR-Technik. Schlechte Verkabelung kann zu Störungen, Signalverlusten oder EMV-Problemen führen.
Daher ist im Rahmen der Ausführungsplanung auf korrekte Kabeltypen, Querschnitte, Trassen und Anschlussarten zu achten:
Kabeltypen und Querschnitte: Sind für die verschiedenen Signal- und Leistungswege geeignete Kabel spezifiziert? Beispielsweise: geschirmte Datenkabel (z. B. LiYCY) für analoge Signale, Twisted Pair für BUS-Systeme, NYM oder NHXMH für 230 V-Versorgungen. Die Querschnitte müssen nach Strombelastung und Spannungsfall dimensioniert sein (Steuerspannungen meist 0,5–1,5 mm², Leistung je nach Last). Prüfen, ob in Kabel- und Gerätekategorien Unstimmigkeiten vorliegen (z. B. 24 V Ventil mit 0,75 mm² vorgesehen – das passt i.d.R.).
Trassenführung: Die Planung sollte prinzipielle Kabelwege (Kabeltrassen, Steigschächte) aufzeigen. Dabei ist auf Trennung von Stark- und Schwachstromleitungen zu achten, um Störeinkopplungen zu minimieren (mind. 20 cm Abstand oder durch Trennsteg, gemäß DIN EN 50174 bzw. VDE 0845-1 für Fernmeldeanlagen). In gemeinsamen Kabelkanälen müssen MSR-Kabel entsprechend separiert oder abgeschirmt sein. Eine Sternförmige Verlegung zu Sensoren (Home-Run) vs. Reihenschaltung (bei Bussystemen) sollte erkennbar sein und zu den Systemanforderungen passen.
Anschluss und Klemmen: Jeder Draht endet idealerweise in einer Klemme im Schaltschrank oder Gerät. Die Planungsdokumente (Klemmpläne) sollten lückenlos die Anschlusspunkte beschreiben. Hier prüfen: Sind genug Reserveklemmen vorgesehen? Wurden Aderendhülsen, Beschriftungen und Aderfarben nach Norm (z. B. blau für Neutralleiter, grün-gelb für PE, andere Farben für Signale) berücksichtigt? Im Prüfprotokoll können stichprobenartig Klemmverbindungen aus den Plänen nachvollzogen werden.
Kabellängen und Spannungsfall: Längere Kabel haben Spannungsverluste und Laufzeitverzögerungen. Die Planung sollte bei empfindlichen Messsignalen (< mA-Bereich) die Längen begrenzen oder Kompensationen vorsehen. Ein Beispiel: PT100-Temperatursensor in 3-Leiter-Schaltung, um Leitungswiderstände auszugleichen – ist sowas bedacht? Bei Feldbussystemen (z. B. 1200 m Maximallänge für Profibus ohne Repeater) sind die Längen einzuhalten. Falls das Projekt große Distanzen umfasst, sollte es Teil der Planung sein, wie die Signalqualität sichergestellt wird (Verstärker, Verteilerstationen).
Bewertung:
Die Verkabelungsplanung gilt als fachgerecht, wenn sie nachvollziehbar alle benötigten Verbindungen abbildet und technische Maßnahmen gegen Verluste oder Störungen vorsieht. Im Idealfall liegen Kabellisten oder Tabellen vor, die pro Kabel den Typ, die Länge, Start- und Endpunkt angeben (ggf. Bestandteil der Datenpunktliste). Ungeklärte Verkabelung (fehlen Kabelangaben für gewisse Sensoren/Aktoren) würde der Prüfanleitung zufolge als schwerwiegender Mangel bewertet, da dies Ausführungslücken darstellt.
Einhaltung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV)
EMV-Aspekte sind in der MSR-Technik zentral, da viele empfindliche Elektronikkomponenten im Umfeld von Starkstromanlagen arbeiten.
Die Ausführungsplanung muss gemäß DIN EN 61326 sicherstellen, dass die Störaussendung begrenzt und die Störfestigkeit hoch genug ist:
Geräteauswahl nach EMV-Kriterien: Sind alle MSR-Geräte für Industrieumgebungen geeignet? DIN EN 61326-1 unterscheidet z. B. Geräte für industrielle elektromagnetische Umgebung und kontrollierte Umgebung. In Produktionshallen sollte die „industrielle Umgebung“ angenommen werden, was höhere Störfestigkeit erfordert. Die Planung sollte daher Geräte vorsehen, die entsprechende EMV-Prüfungen durchlaufen haben (CE-Kennzeichen, Angaben „Gerät erfüllt EN 61326, Klasse A/B“ etc.). Gerade bei Frequenzumrichtern oder Schaltreglern ist auf eingebaute Filter zu achten.
Schirmung und Erdung: Werden Schirmgeflechte von Signalkabeln sachgerecht aufgelegt (einseitig erden bei Analogsignalen zur Vermeidung von Schleifen, beidseitig bei hochfrequenten Bussignalen, nach Herstellerangaben)? Die Planung sollte zeigen, ob z. B. EMV-Anschlussleisten im Schaltschrank eingeplant sind, an denen Kabelschirme aufgelegt werden. Auch der Potentialausgleich aller MSR-Komponenten (ggf. über einen lokalen PA-Leiter) gehört hierzu.
Trennungsabstände: Wie oben bei Verdrahtung erwähnt, müssen Leitungen mit hohen Strömen oder schnellen Flanken von empfindlichen Datenleitungen getrennt geführt sein. Ebenso sollten MSR-Schaltschränke nicht in direkter Nähe von starken elektromagnetischen Feldern (große Transformatoren, Antriebsmotoren) platziert sein – falls doch, müssten Abschirmungen oder Filtermaßnahmen vorgesehen werden.
Normative Prüfung: DIN EN 61326 fordert bestimmte Prüfpegel und Verfahren zur EMV (z. B. Hochfrequenz-Einstrahlung 10 V/m, ESD-Tests etc.) für Mess- und Regelgeräte. Diese sind zwar erst im Labor nachzuweisen, aber der Planer sollte Komponenten wählen, die das einhalten. VDE 0843-20 (die VDE-Klassifikation der EN 61326) enthält hierzu Anhänge für Risikobeurteilung. Prüfer können in Datenblättern stichprobenhaft nachsehen, ob Geräte die relevanten EMV-Normen erfüllen.
Bewertung:
EMV ist schwer vorab zu prüfen, aber die Planung sollte keinerlei grobe Vernachlässigung aufweisen. Sind also bspw. Kabelabschirmungen in Plänen gekennzeichnet, Filter vorgeschrieben (z. B. Netzfilter für Versorgungen), und wird auf normgerechte Installation verwiesen (ggf. in Leistungsbeschreibungstexten)? Dann ist davon auszugehen, dass die EMV-Belange beachtet wurden. Fehlen jegliche Hinweise, könnte eine Risikoanalyse eingefordert werden (Anhang B der EN 61326 bietet hier Leitfäden). Insgesamt muss die Prüfanweisung fordern, dass die MSR-Anlage im Betrieb andere Anlagen nicht unzulässig stört und selbst störsicher arbeitet – was einen planmäßigen EMV-Schutz voraussetzt.
Integration mit übergeordneten Systemen
In modernen Gebäuden und Industrieanlagen ist die MSR-Technik selten ein Inselsystem. Vielmehr wird erwartet, dass sie in übergeordnete Leitsysteme eingebunden ist – etwa eine zentrale Gebäudeleittechnik (GLT) für das Facility Management oder ein Prozessleitsystem in der Produktion. Die Ausführungsplanung muss daher Schnittstellen und Integrationsfunktionen berücksichtigen, damit ein reibungsloser Informationsfluss und eine konsistente Bedienung gewährleistet sind.
Für den Verwaltungs- und Infrastrukturbereich des Neubaus wird typischerweise eine Gebäudeautomation gemäß DIN EN ISO 16484 und VDI 3814 vorgesehen. Diese besteht klassisch aus drei Ebenen: Feldebene (Sensoren/Aktoren), Automationsebene (DDC-Controller, SPS) und Managementebene (Gebäudeleittechnik-Software). Die GLT befindet sich auf der Managementebene und dient der zentralen Überwachung und Steuerung aller gebäudetechnischen Anlagen.
Bei der Prüfung der Integration sind folgende Aspekte wichtig:
Kommunikationsschnittstellen: Ist definiert, wie die Automationsebene mit der Managementebene kommuniziert? Üblich ist der Einsatz standardisierter Protokolle wie BACnet/IP (oft gefordert in öffentlichen Bauten oder gemäß AMEV-Empfehlungen), Modbus TCP, OPC UA oder proprietärer Protokolle der Hersteller. Die Planung sollte eine herstellerneutrale Ausschreibung ermöglichen, z. B. indem BACnet-Objektlisten oder Funktionen nach EN ISO 16484 beschrieben werden. Prüfen: Werden alle nötigen Datenpunkte der MSR dem Leitsystem bereitgestellt (z. B. Messwerte, Störmeldungen, Stellgrößen zur Anzeige)? Ein Indikator ist eine Datapoint-Liste mit Kennzeichnung, welche Punkte an die GLT übergeben werden.
Funktionale Integration: Über die reinen Messwerte hinaus ist relevant, ob übergeordnete Funktionen greifen. Beispielsweise können in der GLT Zentralfunktionen implementiert sein: Sommer/Winter-Umschaltung, Feiertagsprogramme, Lastabwurf bei Netzüberlast etc. Die MSR-Planung muss diese berücksichtigen. Prüfer sollten in den Funktionsbeschreibungen nach Querverweisen suchen, etwa „Die Lüftungsanlage fährt in Stellung X, wenn von der GLT ein Lastabwurf-Signal kommt“. Auch die Priorisierung bei Steuerbefehlen (lokale Steuerung vs. zentrale Vorgabe) ist zu klären – z. B. lokale Handbedienebene bei Raumreglern versus zentrale Fernsteuerung, evtl. nach VDI 3814 „Lokale Vorrangbedienung“.
IT-Integration und Datenschnittstellen: In Verwaltungsbauten kommt zunehmend die Verzahnung mit IT-Systemen vor, z. B. CAFM-Systeme (Computer Aided Facility Management) für Wartung oder Energiemanagement-Software. Die Planung sollte evtl. schon vorsehen, welche Schnittstellen dafür nötig sind – sei es durch Exportfunktionen in der GLT oder durch direkte Anbindungen (z. B. OPC-Schnittstelle zum ERP-System). Zwar geht dies oft über Lph 5 hinaus, doch ein vorausschauender Planer berücksichtigt solche Wünsche in Lastenheften. Prüfer können entsprechende Anforderungen im Betreiberkonzept oder Lastenheft abgleichen.
Mehrere GA-Gewerke: In einem Industrie-Neubau können verschiedene Fachgewerke zusammenkommen (HLK, Beleuchtung, Sicherheitstechnik, ggf. Produktionskühlung). Die Integration bedeutet auch, gewerkeübergreifende Funktionen umzusetzen. Beispiel: Bei Feueralarm (Brandmeldeanlage) sollen Lüftungsanlagen über MSR gesteuert abschalten und Brandschotts schließen. Hier ist zu prüfen, ob solche Schnittstellen und Abhängigkeiten dokumentiert sind (etwa im Funktionsschema Gesamtanlage oder in Überwachungskonzepten).
Bewertung:
Die MSR-Planung ist integriert, wenn klar erkennbar ist, dass sie Teil einer ganzheitlichen Gebäudeleittechnik wird. Alle relevanten Datenpunkte müssen definiert und Übergabeprotokolle festgelegt sein. Fehlende Angaben hierzu bergen das Risiko von Insellösungen. Eine gelungene Integration spiegelt sich auch in der Einhaltung von Standards wider: VDI 3814 und ISO 16484 empfehlen, neutral zu planen, um Herstellerabhängigkeiten zu vermeiden (keine proprietären Protokolle fest vorschreiben). Die Prüfanweisung sieht erfolgreiche Integration als erfüllt an, wenn die Planung die Interoperabilität der MSR-Anlage im Gebäudeautomationsverbund sicherstellt.
Prozessleittechnik und Fertigungs-IT
In den Produktionsbereichen des Neubaus könnte neben der Gebäudeautomation eine Prozessleittechnik relevant sein, insbesondere wenn verfahrenstechnische Anlagen oder komplexe Maschinensteuerungen vorhanden sind. Die Abgrenzung ist: Gebäudeautomation kümmert sich um Gebäudeinfrastruktur (Klima, Licht, Sicherheit), während Prozessleittechnik (PLT) produktionstechnische Abläufe steuert.
Mögliche Prüfaspekte:
Ankopplung an PLT-Systeme: Wenn ein zentrales DCS (Distributed Control System) oder SCADA-System in der Produktion vorhanden ist, muss die MSR-Technik der Versorgungsanlagen evtl. Messdaten an dieses liefern (z. B. Kühlwassertemperaturen, Druckluftverfügbarkeit) oder Befehle empfangen. Die Planung sollte solche Anbindungen erwähnen. Schnittstellen können ähnlich wie bei GA über OPC, Modbus oder proprietäre Schnittstellen laufen. Prüfer sollten hier Rücksprache mit Prozessleittechnik-Planern berücksichtigen, falls getrennt geplant wurde.
Synchronisation und Hierarchien: Sind Verantwortlichkeiten geklärt, welcher Leitstand was steuert? Beispiel: Die Klimaanlage der Produktionshalle wird zwar durch MSR geregelt, aber Sollwerte könnten vom Prozessleitsystem vorgegeben werden, wenn produktionsspezifische Anforderungen das erfordern. Die Prüfanweisung verlangt, dass solche Führungsgrößen-Übergaben dokumentiert sind. Ggf. sollte die MSR-Steuerung im Automationsschema zeigen, ob sie von einer übergeordneten Instanz beeinflusst werden kann.
Datenhistorie und Qualitätsmanagement: Produktionsbetriebe verlangen oft lückenlose Aufzeichnung bestimmter Umgebungsbedingungen (Temperaturen, Feuchte) aus Qualitätsgründen. Die MSR-Planung muss daher evtl. Archivierungsfunktionen vorsehen oder sicherstellen, dass die GLT/PLT diese Daten erhält. Prüfer können checken, ob Datenlogger oder entsprechende Softwarefunktionen eingeplant sind.
IT-Sicherheit (Cyber Security): Bei Integrationen in Netzwerke des Betreibers ist auch der Aspekt der Cybersecurity zu beachten. Zwar ist das primär kein Lph 5-Thema, aber Schnittstellen sollten so vorgesehen sein, dass z. B. ein separates Netzwerk für die MSR (Automation Network) genutzt wird und Übergänge über Firewall oder Gateways erfolgen. Hinweise darauf (z. B. in technischen Beschreibungen „GA-Netz vom Büronetz getrennt“) wären positiv.
Bewertung:
Wo relevant, gilt die MSR-Planung als erfolgreich integriert in die Produktionsleittechnik, wenn klar ist, dass Informationsaustausch und ggf. gemeinsame Funktionen problemlos möglich sind. Andernfalls drohen Medienbrüche – etwa müsste ein Operator zwei getrennte Systeme bedienen, was ineffizient und fehleranfällig wäre. Die Prüfanleitung würde Integrationserfordernisse aus Betreiberanforderungen (Lastenheft Produktion) ableiten und mit der MSR-Planung abgleichen.
Redundanz- und Sicherheitsfunktionen
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Prüfung von Redundanzkonzepten und Sicherheitsfunktionen. Diese sind darauf ausgerichtet, im Fehler- oder Gefahrenfall Personen, Umwelt und Anlagen zu schützen (funktionale Sicherheit) und eine hohe Verfügbarkeit kritischer Prozesse zu gewährleisten. Die Planung muss daher bewerten lassen, ob sie den aktuellen Anforderungen aus Normen wie DIN EN 61508/61511 (funktionale Sicherheit) gerecht wird und an welchen Stellen Redundanzen vorzusehen sind.
Redundanz bedeutet, Funktionen oder Komponenten doppelt (oder mehrfach) vorzuhalten, sodass bei Ausfall einer Komponente die andere übernimmt.
Prüfer sollten identifizieren, ob und wo Redundanz in der MSR-Planung eingeplant ist:
Sensor-Redundanz: In sicherheitsrelevanten Messungen (z. B. Kesseltemperatur, toxische Gaskonzentration) oder für sehr wichtige Regelgrößen (Raumdruck in Reinräumen) könnten zwei Sensoren vorgesehen sein. Die Planung sollte beschreiben, wie deren Signale verarbeitet werden (z. B. Mittelwert, Plausibilitätsprüfung, automatischer Umschalt bei Ausfall eines Sensors). Laut Stand der Technik wird bei hohen Sicherheitsanforderungen oft diverse Redundanz eingesetzt – also zwei unterschiedliche Messprinzipien, um gemeinsame Fehler auszuschließen. Ein Prüfnachweis wäre die Existenz entsprechender Schaltungen in den Funktionsplänen.
Aktoren-Redundanz: Für bestimmte Aktoren (Pumpen, Ventilatoren) ist Redundanz klassisch: etwa N+1-Pumpensysteme (eine Pumpe Reserve) in der Kühlwasserversorgung. Die MSR muss diese Umschaltung unterstützen – hierauf achten: Ist im Regelkonzept beschrieben, wie die Reservepumpe automatisch aktiviert wird? Sind alle erforderlichen Ventile vorhanden, um im Ausfallfall umzuschalten? Redundante Aktoren sollten im Schema und in der Ventilliste gekennzeichnet sein.
Steuerungs-Redundanz: Bei sehr hohen Verfügbarkeitsanforderungen (z. B. Gebäudeleittechnik in kritischen Infrastrukturen) kommen redundante Steuerungen (Hot Standby PLCs oder duale Serversysteme für GLT) zum Einsatz. Die Planung im üblichen Hochbau-Bereich sieht das selten vor, außer der Kunde fordert es explizit (z. B. Rechenzentrum). Wenn ja, ist zu prüfen, ob das Steuerungskonzept (Netzwerk, Synchronisierung der Steuerungen, Umschaltkriterien) beschrieben ist. Hinweise könnten in der Leistungsbeschreibung stehen (z. B. „Redundante Ausführung der Automationsstation gemäß XY“).
Netzwerk-Redundanz: Falls die MSR auf Ethernet-Kommunikation beruht, kann Ring-Redundanz oder doppelte Switch-Infrastruktur relevant sein (Stichwort RSTP – Rapid Spanning Tree Protocol – in industriellen Netzwerken, oder einfach duale Anbindung der GLT-Server). Der Planer sollte bei kritischen Bauten angeben, ob das gewünscht/erforderlich ist. Prüfer vermerken, ob so etwas vorhanden ist oder nicht; Fehlen kann ok sein, solange kein Widerspruch zur verlangten Verfügbarkeit besteht.
Bewertung:
Redundanz ist kein Selbstzweck, sondern muss dort umgesetzt sein, wo ein einzelner Ausfall unakzeptable Folgen hätte. Die Prüfanweisung bewertet positiv, wenn an solchen Stellen Redundanz vorgesehen ist und technisch sauber umgesetzt wurde (inkl. automatischer Umschaltung, Alarm bei Ausfall eines Strangs etc.). Fehlende Redundanzen an kritischen Punkten werden als Planungsdefizit markiert. Im Zweifelsfall empfiehlt der Prüfer, eine Risikoanalyse nach VDI/VDE 2180 oder ähnlichem durchzuführen, um die Notwendigkeit von Redundanzen zu bewerten.
Sicherheitsgerichtete Funktionen (Funktionale Sicherheit)
Abb.: DIN EN 61508 als branchenübergreifende Basisnorm der funktionalen Sicherheit mit sektoralen Ausprägungen (u. a. DIN EN 61511 für Prozessindustrie).
In bestimmten MSR-Bereichen müssen Sicherheitsfunktionen implementiert werden, die im Gefahrenfall aktiv werden (z. B. Not-Abschaltung, Brennersteuerung mit Flammenwächter, Gaswarnanlagen). Hier greifen die Normen der Funktionalen Sicherheit, insbesondere DIN EN 61508 als allgemeine Grundnorm und DIN EN 61511 als spezifische Norm für die Prozessindustrie (Safety Instrumented Systems).
Die Prüfanweisung verlangt:
Identifikation der SIFs (Safety Instrumented Functions): Die Planung sollte erkennen lassen, welche Steuerungsfunktionen sicherheitsbezogen sind. Beispielsweise: ein Not-Aus für eine Maschine, Überdruckventilsteuerung, Brandschutzklappenansteuerung im Brandfall. Diese müssen als solche gekennzeichnet sein (z. B. in Funktionslisten oder Stromlaufplänen, oft mit separater Kennung). Prüfer kontrollieren die Vollständigkeit: Wurden alle sicherheitsrelevanten Situationen bedacht? (Hinweis: § 15 BetrSichV und TRBS 1115 nennen prüfpflichtige MSR-Einrichtungen – z. B. Kesselsteuerung – diese müssen extra geprüft werden).
Sicherheitsanforderungslevel: Falls zutreffend, sollte ein SIL (Safety Integrity Level) oder PL (Performance Level nach EN 13849) festgelegt sein für jede SIF. In Hochbau-MSR selten notwendig, aber bei Prozessschutz durchaus (z. B. SIL 2 für eine Überfüllsicherung). Die Planung muss dann entsprechende Maßnahmen vorsehen, um das Level zu erreichen: Redundanzen, Selbstüberwachung, zertifizierte Bauteile. Prüfer suchen nach Angaben hierzu in den Unterlagen oder fragen gezielt nach, wenn unklar.
Schaltungsdesign nach fail-safe-Prinzip: Sicherheitsfunktionen sind oft zweikanalig oder mit Querschnittsüberwachung aufzubauen. Beispiel: Zwei Ventile in Reihe schließen bei Not-Ab, um das Austreten gefährlicher Medien zu verhindern (Redundanz gegen klemmen bleiben). Oder eine Sicherheits-SPS mit zweikanaliger Eingangsverarbeitung (nach DIN EN 61508). Der Planer sollte solche Konzepte zeichnerisch oder beschreibend festgelegt haben. Eine Ursache-Wirkungs-Matrix für jede Sicherheitsschaltung ist Best Practice. Prüfen, ob vorhanden.
Abnahme und Prüfung: Sicherheitsgerichtete MSR-Einrichtungen unterliegen besonderen Prüfungen (Abnahme vor Inbetriebnahme, wiederkehrende Prüfungen nach BetrSichV). Die Planung muss entsprechende Prüfprotokolle oder Hinweis darauf liefern. In der Ausführungsplanung könnten z. B. Funktionsdiagramme mit Prüfventilen etc. erkennbar sein, die zeigen, wie man die Funktion testet (z. B. Test der Rauchmelderkette). Auch sollte klar sein, dass für diese Teile eine Abnahme durch ZÜS (zugelassene Überwachungsstelle) erfolgen muss, wenn vorgeschrieben – dies fällt zwar eher in LP 8, dennoch sollte die Planung das Berücksichtigen (etwa indem Prüfventile eingeplant sind, damit man die Sicherheitseinrichtung testen kann, ohne die Anlage in echten Störzustand zu bringen).
Bewertung:
Sicherheitsfunktionen sind ein kritischer Punkt. Die Prüfanweisung sieht als erfüllt an, wenn alle erforderlichen SIF identifiziert und nach Stand der Technik ausgeführt sind (doppelte Sensoren, zweikanalige Abschaltung, Selbsttests, etc. je nach gefordertem SIL). Bei Unklarheiten ist Rücksprache mit einem Funktional-Safety-Experten ratsam. Ein Plan, der sicherheitsrelevante MSR-Themen ignoriert, ist ungenügend. Hinweise auf DIN EN 61508 als Planungsgrundlage und die Verwendung zertifizierter Komponenten werden positiv bewertet.
Ergänzend zu den formal unter SIL fallenden Funktionen gibt es generelle Notfallfunktionen, die auch ohne formale SIL-Einstufung behandelt werden müssen:
Not-Aus und Not-Betrieb: Bei Stromausfall oder Brand – fährt die MSR-Technik definierte Notprogramme? Etwa: Lüftungsanlagen gehen auf 100 % Abluft, wenn CO₂-Sensor einen kritischen Wert misst (zur Notentrauchung), oder Klimaanlagen fahren geregelt runter bei Not-Aus, um Schäden zu vermeiden. Die Planung sollte solche Abläufe im Störfall beschreiben.
Brandfallsteuerungen: Ein Industrie-Neubau hat i. d. R. ein Brandmeldesystem. Die MSR muss im Brandfall bestimmte Aktionen durchführen (Lüftung aus, Feuerschutzklappen zu, Aufzüge in Erdgeschoss schicken etc.). Hier prüfen: Ist diese Schnittstelle eingeplant? (In Funktionsmatrix „BMA-Alarm → MSR-Reaktion“). Meist fordert die Musterbauordnung das, also sollte der Planer dies integriert haben.
Sicherer Zustand: Für alle kritischen Anlagen ist zu definieren: Was ist der sichere Zustand? (Siehe auch Fail-Safe bei Ausfallsicherheit). Prüfer stellen sicher, dass dieser für jeden Anlagenteil dokumentiert ist. Beispielsweise sollte in der Funktionsbeschreibung einer Gasheizung stehen, dass bei Gasausströmung (Ex-Sensor) die Gaszufuhr schließt, Brenner aus, Lüfter an zur Entlüftung – sicherer Zustand: Gasventil zu, Brenner aus, Lüfter an.
Bewertung:
Auch ohne detaillierte SIL-Berechnung muss die Planung plausibel aufzeigen, dass im Notfall kein unkontrollierter Zustand bleibt. Jede vorgesehene Notfallroutine ist zu verifizieren auf Vollständigkeit (nichts Wichtiges vergessen) und Ausführbarkeit (braucht es z. B. Pufferstrom, damit ein Ventil noch schließen kann?). Eine umfassende Prüftabelle (siehe Ende) führt entsprechende Punkte auf, etwa „Verhalten im Brandfall definiert“ oder „Not-Aus Schleifen geplant und dokumentiert“.
Dokumentation und Unterlagen der MSR-Ausführungsplanung
Eine sorgfältige Dokumentation ist sowohl Ergebnis als auch Voraussetzung der gelungenen Ausführungsplanung. Sie ermöglicht erst die Prüfung und später die Ausführung, Inbetriebnahme und den Betrieb der MSR-Anlagen.
In diesem Abschnitt wird geprüft, ob alle notwendigen Planungsunterlagen vollständig und normgerecht vorliegen, insbesondere:
MSR-Schemata (R&I oder Funktionsschema): Grafische Darstellung der Regelkreise und Verschaltungen. Erwartet werden übersichtliche Fließschemata aller Anlagen mit Kennzeichnung aller MSR-Komponenten (Sensoren, Aktoren) und Schaltzeichen der Mess- und Regeltechnik (z. B. nach ISO 14617 oder DIN EN 62424). Diese Schemata sollten den geprüften Planungsstand zeigen – einschließlich aller Änderungen aus Entwurfsphase und eventuellen Optimierungen. Prüfer kontrollieren: Gibt es für jede Anlage (Heizkreis, Lüftungsgerät, etc.) ein aktuelles MSR-Schema? Stimmen die Kennzeichnungen darin mit den Listen überein? Fehlen irgendwo Messstellen?
Funktionslisten / Funktionsbeschreibungen: Textuelle Beschreibung der MSR-Funktionen. Eine Funktionsliste listet typischerweise alle Ein- und Ausgangssignale einer Anlage mit der zugehörigen Funktion (z. B. „Temperaturfühler T1 misst Rücklauftemp. – Regler vergleicht mit Soll – Ventil Y1 regelt Mischung“). In komplexeren Fällen gibt es ausführliche Funktionsbeschreibungen oder Steuersequenzen. Wichtig für die Prüfung: Liegen diese Beschreibungen vor und decken sie alle Betriebsfälle ab (Normalbetrieb, Störung, Notbetrieb)? Nach VDI 3814 Blatt 3.1 sollten GA-Funktionen eindeutig beschrieben sein. Prüfer lesen stichprobenartig einige Beschreibungen und schauen nach Konsistenz mit den Schemen.
Datenpunktlisten / I/O-Listen: Eine tabellarische Aufstellung aller Ein- und Ausgabepunkte der MSR. Diese Liste ist zentral für Programmierung und Inbetriebnahme, da sie z. B. festlegt: Signalname, Typ (AI, DI, AO, DO), Einheit/Bereich, Schaltschrankklemme oder Busadresse, Zugehörigkeit zu Anlagenschema. Die Prüfanweisung verlangt eine vollständige Datenpunktliste je Anlage oder insgesamt. Zu prüfen ist: Stimmen die Summen (z. B. Anzahl Sensoren in Liste vs. im Schema)? Sind alle nötigen Daten enthalten (z. B. auch Meldungen/Alarme)? Die VDI 3814 empfiehlt eine einheitliche Darstellung solcher Listen, teils nach VDI 3814 Blatt 4.1 mit einheitlichem Kennzeichnungssystem.
Stromlauf- und Klemmenpläne: Falls in Lph 5 bereits erstellt (manchmal folgen detaillierte Stromlaufpläne erst vom Ausführenden in Werkplanung, aber in komplexen Projekten gehören sie zur Ausführungsplanung), sollten diese geprüft werden. Relevant ist VDI 3814 Blatt 2.2 i.V.m. VDI 6026, die Inhalte von Planungsdokumenten definieren. Prüfer achten insbesondere darauf, ob Schaltpläne lesbar, normgerecht und vollständig sind. Ggf. Abgleich mit Datenpunktliste: jedes Signal im Schaltplan vorhanden?
Prüfprotokolle und Inbetriebnahmekonzepte: Schon in der Ausführungsplanung kann vorgesehen sein, wie die Abnahme der MSR-Anlagen erfolgt. Gehört zum Lieferumfang ein MSR-Prüfprotokoll? (Nach VOB C wäre das üblich, z. B. Funktionsprüfung aller Datenpunkte). Die Planung könnte Mustervorlagen enthalten oder zumindest auf Standards (z. B. VDI 3814 Blatt 3.1 beinhaltet Makros für solche Prüfungen) verweisen. Der Prüfer vermerkt, ob für die spätere Funktionsprüfung klare Kriterien formuliert sind – was wiederum Teil der funktionalen Betrachtung ist.
Übergabedokumentation: Nach VOB/C DIN 18386 muss der Auftragnehmer bestimmte Dokumente übergeben, z. B. Bestandspläne, Bedienungsanleitungen, Parametrierlisten. Die Ausführungsplanung sollte diese Anforderungen schon vorbereiten, etwa durch Auflisten, was gefordert wird. Prüfer können checken, ob in der Leistungsbeschreibung zur MSR (sofern Teil der Planung) solche Forderungen an Dokumentation genannt sind und ob die Planungsunterlagen das erfüllen (z. B. sind Formblätter für Messprotokolle vorgesehen?).
Bewertung:
Die Dokumentationsprüfung ist erfüllt, wenn sämtliche relevante Unterlagen vorliegen, konsistent und plausibel sind. Das bedeutet: Schemata, Listen, Beschreibungen erzählen die gleiche Geschichte (kein Widerspruch z. B. in Sollwerten oder Bezeichnungen). Fehlt etwas (z. B. keinerlei Funktionsbeschreibung vorhanden, nur Schema) oder sind die Unterlagen veraltet/ungepflegt, so ist das ein schwerwiegender Mangel, da ohne vollständige Unterlagen die Ausführung und Prüfung erschwert wird. Eine gute Planung zeichnet sich durch klare, vollständige und normgerecht strukturierte Dokumentation aus, die dem Betreiber und Ausführenden eine verlässliche Grundlage bietet.
Normative Anforderungen und Richtlinien
Die MSR-Ausführungsplanung muss im Einklang mit einer Reihe von Normen, Richtlinien und Vorschriften erfolgen, die in Deutschland einschlägig sind.
Dieser Teil der Prüfanweisung sammelt die wichtigsten Regelwerke und überprüft, ob deren Anforderungen in der Planung berücksichtigt wurden:
DIN EN 61508 (VDE 0803) – Funktionale Sicherheit allgemeiner elektrischer Steuerungen: Diese internationale Grundnorm fordert eine Risikobeurteilung und adäquate Maßnahmen, um Sicherheitsfunktionen zuverlässig zu gestalten. In der MSR-Planung ist sie relevant, wenn sicherheitsbezogene Steuerungen zum Einsatz kommen (siehe Abschnitt Sicherheitsfunktionen). Die Prüfung besteht darin, zu schauen, ob Prozesse zur Risikoanalyse erkennbar sind und ob ggf. DIN EN 61508-konforme Komponenten (z. B. Sicherheits-SPS) vorgesehen wurden. In der Praxis wird DIN EN 61508 oft indirekt über branchenspezifische Normen angewandt.
DIN EN 61511 – Funktionale Sicherheit in der Prozessindustrie: Abgeleitet von 61508, konkretisiert diese Norm die Anforderungen für Sicherheits-Instrumentierte Systeme (SIS) in prozesstechnischen Anlagen. Für den Produktionsbereich des Neubaus relevant, falls z. B. Chemie-, Pharma- oder andere prozesstechnische Einrichtungen vorhanden sind. Die Prüfanweisung verlangt, dass für alle SIS die Anforderungen an Entwicklung, Umsetzung und Validierung gemäß DIN EN 61511 erkennbar sind – insbesondere SIL-Einstufungen, Redundanzen und Prüfkonzepte. Wenn das Projekt solche Aspekte nicht hat, entfällt dieser Punkt.
DIN EN ISO 16484 – Gebäudeautomation und -steuerungssysteme (BACS): Diese Normenreihe legt Standardisierungen für die Gebäudeautomation fest, u. a. hinsichtlich Projektierungsprozessen, Funktionen und Kommunikation (BACnet). Teil 3 beschreibt die Funktionen der GA-Systeme. Für die Planung bedeutet dies: Neutralität bei Ausschreibungen (keine Herstellervorgaben, sondern z. B. BACnet-Profile), strukturierte Funktionsbeschreibungen und definierte Schnittstellen. Bei der Prüfung wird positiv gewertet, wenn die MSR-Planung offensichtliche Empfehlungen der ISO 16484 umsetzt, etwa Verwendung offener Protokolle oder ein einheitliches Datenpunktformat.
VDI 3814 & VDI 3813 – Richtlinien für Gebäude- und Raumautomation: Die VDI 3814 wurde 2019 ff. neu gefasst und behandelt die Struktur, Planung und Funktionen der GA umfassend. VDI 3813 (Raumautomation) definiert typische Raumautomationsfunktionen und -darstellungen. In der Prüfpraxis dienen diese Richtlinien als anerkannte Regeln der Technik. Entsprechend sollte die Planung sich daran orientieren: z. B. klare Trennung von Anlagen- und Raumebene, Nutzung standardisierter Funktionsbausteine (Heizen, Lüften, Beleuchten getrennt, aber vernetzbar) und konsistentes Kennzeichnungssystem. Prüfer können anhand der VDI-Empfehlungen Checkpunkte ableiten (die Prüftabelle enthält einige, etwa „Bedienfunktionen nach VDI 3814 umgesetzt?“).
DIN VDE 0100 (inkl. VDE 0100-710, -718 etc. bei Bedarf) – Errichten von Niederspannungsanlagen: Diese umfassende Normenreihe ist für alle elektrischen Installationen verbindlich und gilt somit auch für MSR-Schaltschränke, Spannungsversorgung der MSR, Verkabelung etc. Sie stellt sicher, dass Anlagen bis 1000 V sicher geplant, gebaut und geprüft werden. Prüfer sollten die Planung auf offensichtliche VDE 0100-Verstöße checken: Sind Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag vorgesehen (z. B. Abdeckungen, passende IP-Schutzarten in Verteilungen)? Wurden Kabel und Leitungen normgerecht ausgewählt (z. B. halogenfrei, wenn gefordert)? Auch Sonderteile – etwa DIN VDE 0100-710 für medizinische Bereiche, -718 für Veranstaltungsstätten – könnten relevant sein, je nach Nutzung des Neubaus. Diese sollten dann berücksichtigt sein.
VDE 0411 (DIN EN 61010-1) – Sicherheit von Mess-, Steuer- und Laborgeräten: Diese Norm (deutsche Fassung der IEC 61010) enthält Sicherheitsanforderungen für die Geräte selbst. Dazu zählen z. B. Überspannungskategorien, Isolationsfestigkeit, Temperaturgrenzwerte der Geräte. In der Planung wirkt sich das indirekt aus durch die Auswahl der Komponenten. Prüfer können etwa nachsehen, ob eingesetzte Regelgeräte oder Messumformer entsprechend gekennzeichnet sind (CE, geprüfte Typen). Außerdem fordert IEC 61010 beispielsweise, dass bestimmte Warnhinweise und Dokumentationen beigefügt werden – nicht primär Planungsaufgabe, aber der Planer sollte nur konforme Geräte vorsehen. Insgesamt ist dies eher ein Hintergrundthema, es sei denn, es werden Eigenkonstruktionen verwendet, was selten der Fall ist.
DIN EN 61326 (VDE 0843-20) – EMV-Anforderungen an MSR- und Laborgeräte: Bereits im Abschnitt EMV erwähnt, ist diese Norm verbindlich, um die CE-Konformität der MSR-Anlage in Bezug auf EMV sicherzustellen. Teil 1 definiert die allgemeinen Anforderungen an Störfestigkeit und -aussendung für MSR-Geräte. Die Ausführungsplanung muss die Voraussetzungen dafür schaffen (z. B. richtige Kabel, Erdung). Prüfer könnten hier Normverweise in den Unterlagen suchen oder im Zweifel empfehlen, dass der AN einen EMV-Nachweis erbringt. Wichtig: Werden Schirmungen, Filter, Trennabstände wie normativ gefordert eingehalten? DIN EN 61326 kategorisiert Geräte in Klassen A/B (Industrie vs. Wohnbereich) – in Industrie ist Klasse A der Maßstab.
VOB/C ATV DIN 18386 – Gebäudeautomation: Diese Vertragsnorm definiert die allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für GA-Leistungen. Sie gilt für Systeme zum Messen, Steuern, Regeln und Leiten der technischen Anlagen. In der Prüfanweisung ist relevant, ob die Planung die Anforderungen der ATV 18386 erfüllt, etwa: klare Definition der Haupt- und Nebenleistungen, Messgerätenachweis, Anforderungen an das Personal (z. B. Programmierer-Qualifikation) – solche Dinge stehen oft in Leistungsbeschreibungen. Besonders aber die Übergabedokumentation orientiert sich an DIN 18386. Der Prüfer gleicht ab, ob alle Unterlagen, die laut VOB/C zu liefern sind, von der Planung her vorgesehen sind (z. B. Bedienungsanleitungen für GA-Komponenten, Schulung des Personals, etc.). Auch Abrechnungsregeln könnten tangiert sein (z. B. wie Datenpunkte abgerechnet werden – dafür muss eine Liste vorliegen).
Weitere Vorschriften: Je nach Projekt können weitere Normen relevant sein, z. B. DIN EN 50178 (elektronische Betriebsmittel in Starkstromanlagen), DGUV Vorschrift 3 (E-Check vor Inbetriebnahme) – die Planung sollte ermöglichen, dass solche Prüfungen durchgeführt werden können (z. B. Isolationsmesspunkte vorhanden). In Produktionsbereichen mit ggf. explosionsgefährdeten Zonen wären ATEX-Richtlinien und zugehörige Normen (z. B. DIN EN 60079) wichtig – dann muss MSR entsprechende Zündquellenüberwachung etc. planen. Der Prüfer sollte ein Gespür dafür haben, welche Spezialnormen im Projekt gelten, und schauen, ob die Planung sie adressiert.
Bewertung:
Die normative Prüfung wird in der Tabelle als eigener Block abgebildet, der die Konformität mit den wichtigsten Regeln abfragt. Ist die Planung normgerecht, so finden sich in den Unterlagen häufig direkte Verweise (z. B. „Verkabelung gemäß DIN VDE 0100 Teil 520“, „Sicherheitsschaltung nach DIN EN 61511 SIL2 ausgeführt“ etc.) oder implizit durch Wahl passender Technologien. Eine Planung, die Normanforderungen missachtet, setzt den Betreiber und Ausführenden erheblichen Risiken aus (bis hin zur Betriebseinstellung durch Aufsichtsbehörden). Daher ist die strikte Einhaltung der Normen ein zentrales Qualitätskriterium bei der MSR-Prüfung.
Prüftabelle für die MSR-Ausführungsplanung
| Prüfbereich | Prüfpunkt / Kriterium | OK | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Funktionale Anforderungen | (Überprüfung der geplanten Funktionen auf Leistung und Zuverlässigkeit) | ||
| Regelgüte | Sind alle Regelkreise geeignet ausgelegt (richtige Sensoren/Aktoren, korrekte Platzierung, passender Regleralgorithmus) für stabile Sollwerthaltung? | □ | |
| Ausfallsicherheit | Wurden Fail-Safe-Stellungen festgelegt und Redundanzen bzw. Notfallkonzepte für kritische Mess- und Stellglieder vorgesehen, um sicheren Betrieb bei Ausfällen zu gewährleisten? | □ | |
| Energieeffizienz | Enthält die Planung energieoptimierte Betriebsarten (Nachtabsenkung, etc.), Verknüpfungen zur Vermeidung von Heiz/Kühl-Gegenbetrieb und Einsatz effizienter Regelstrategien (z. B. Drehzahlregelungen)? | □ | |
| Automatisierungsgrad | Sind die Automationsfunktionen vollständig (zeitprogrammgesteuerte Abläufe, automatische Sequenzen) und zugleich Möglichkeiten zur manuellen Bedienung und Übersteuerung (Bediengeräte, GLT) sinnvoll vorgesehen? | □ | |
| Technische Ausführung | (Überprüfung der Hardware-Planung und Umsetzung im Detail) | □ | |
| Sensoren und Aktoren | Wurden geeignete Sensoren/Aktoren ausgewählt (Messbereich, Genauigkeit, Schaltleistung) und in den Plänen an repräsentativen, zugänglichen Einbauorten positioniert? | □ | |
| Signalübertragung | Sind alle Mess- und Steuersignale durchgängig vorgesehen (analoge/digitale Signale, Bus-Systeme) und sind Entfernungen, Topologie und Adressierung plausibel geplant? | □ | |
| Schaltschranktechnik | Entsprechen Anzahl, Aufstellort und Aufbau der Schaltschränke den Anforderungen (ausreichende Platzreserven, getrennte Spannungsbereiche, Klimatisierung falls nötig, normgerechter Aufbau nach VDE 0100)? | □ | |
| Verdrahtung / Verkabelung | Ist die Verkabelung vollständig dargestellt (Kabeltypen, Querschnitte, Trassenführung) und im Einklang mit EMV- und VDE-Vorgaben (Trennung von Stark-/Schwachstrom, Schirmung, Potentialausgleich)? | □ | |
| EMV-Maßnahmen | Wurden zur elektromagnetischen Verträglichkeit Vorkehrungen getroffen (geschirmte Leitungen, richtige Erdung, geeignete Geräte mit EN 61326-Konformität) um Störungen zu vermeiden? | □ | |
| Integration / Schnittstellen | (Überprüfung der Anbindung an Leitsysteme und andere Gewerke) | □ | |
| Gebäudeleittechnik (GLT) | Sind Schnittstellen zur Gebäudeautomation definiert (Protokoll wie BACnet/Modbus, alle erforderlichen Datenpunkte an GLT übergeben) und herstellerneutrale Planung erkennbar (VDI 3814/ISO 16484 umgesetzt)? | □ | |
| Übergeordnete Funktionen | Werden zentrale Funktionen (z. B. Brandfallsteuerung, Lastmanagement) und externe Signale (z. B. aus BMA, EMS) in der MSR-Funktionsbeschreibung berücksichtigt und entsprechend verknüpft? | □ | |
| Prozessleitsysteme | Falls Produktions-PLT vorhanden: Ist die MSR mit dieser integriert (Datenaustausch, Sollwert-Vorgaben, Übernahme von Prozessparametern) und sind Verantwortlichkeiten klar geregelt? | □ | |
| IT-Anbindung/Security | Wurden IT-Schnittstellen (z. B. zu CAFM, Remote-Zugriff) vorgesehen und Konzepte zur Netztrennung/Sicherheit (getrennte Netzwerke, Firewall für GA-System) in der Planung berücksichtigt? | □ | |
| Redundanz & Sicherheit | (Überprüfung der Ausfallsicherheit und des Sicherheitskonzepts) | □ | |
| Redundante Sensorik/Aktorik | Sind für kritische Messgrößen/Aktoren redundante Ausführungen geplant (z. B. 2 Sensoren, Reservepumpe) und ist das Umschalt-/Auswertekonzept beschrieben (Mittelwertbildung, automatischer Wechsel)? | □ | |
| Redundante Steuerung/Netzwerk | Falls gefordert: Ist eine redundante Controller- oder Server-Struktur eingeplant (Hot-Standby) und/oder Netzwerkredundanz (Ring, doppelte Anbindung) zur Erhöhung der Verfügbarkeit? | □ | |
| Sicherheitsfunktionen (SIF) | Wurden alle sicherheitsbezogenen Funktionen identifiziert (Not-Aus, Übertemperaturschutz, Gaswarnung, etc.) und nach DIN EN 61508/61511-Grundsätzen ausgeführt (z. B. zweikanalig, SIL-Bewertung, Fehlererkennung)? | □ | |
| Notfallsteuerungen | Ist das Verhalten der MSR-Anlagen in Notfällen klar definiert (Brandfallsteuerung, USV-Betrieb, definierte sichere Zustände bei Stromausfall) und sind hierfür nötige Komponenten vorgesehen? | □ | |
| Prüf-/Abnahmekonzept | Sind für sicherheitsrelevante MSR-Einrichtungen Prüfvorgaben vorhanden (z. B. Prüfung vor Inbetriebnahme nach BetrSichV, Wiederholungsprüfungen) und können die Einrichtungen getestet werden (Prüfschalter, Simulationen)? | □ | |
| Dokumentation | (Überprüfung der Planungsunterlagen und Nachweisdokumente) | □ | |
| MSR-Schemata | Liegen aktuelle, vollständige MSR-Schemata/Fließbilder für alle Anlagenteile vor, mit korrekter Kennzeichnung aller Messstellen und Stellglieder gemäß Kennzeichnungssystem? | □ | |
| Funktionsbeschreibungen | Gibt es textliche Funktionsbeschreibungen oder -listen, die jeden Regel- und Steuerablauf (inkl. Sonderfälle wie Störungen, Notbetrieb) verständlich und vollständig erläutern? | □ | |
| Datenpunktlisten | Ist eine vollständige Datenpunkt-/I/O-Liste vorhanden, die alle Ein-/Ausgänge mit Bezeichnung, Art (AI/DI/AO/DO), Bereich/Einheit und Zuordnung zu Anlage/Schaltschrank aufführt? | □ | |
| Stromlauf-/Klemmenpläne | Sind Stromlaufpläne bzw. Klemmenpläne vorhanden und auf dem aktuellen Stand der Planung, sodass jeder Anschluss von Feldgerät bis Steuerung nachvollziehbar dokumentiert ist? | □ | |
| Übergabedokumentation | Wurden Anforderungen der VOB/C DIN 18386 an Dokumentation bedacht (z. B. Bedienungsanleitungen, Schulungsunterlagen, Wartungshinweise) und fließen sie in die Planungsdokumente/Leistungsbeschreibung ein? | □ | |
| Normen und Richtlinien | (Überprüfung der Einhaltung wesentlicher technischer Regelwerke) | □ | |
| DIN EN 61508/61511 (Sicherheit) | Werden die Prinzipien der funktionalen Sicherheit beachtet (Risikobeurteilung, SIL-Einstufung für SIF, Verwendung zugelassener Sicherheitsgeräte, Nachweisführung)? | □ | |
| DIN EN ISO 16484 / VDI 3814 | Ist die Gebäudeautomation nach den einschlägigen Standards geplant (GA-Struktur, Funktionsdefinitionen, Protokolle und Schnittstellen herstellerneutral, Nutzung standardisierter Funktionen)? | □ | |
| DIN VDE 0100 (Elektrik) | Entspricht die Elektroinstallation der MSR-Anlagen den VDE- Anforderungen (Schutzmaßnahmen, Trennung von Stromkreisen, Dimensionierung und Absicherung, Brandschutzvorkehrungen)? | □ | |
| VDE 0411 (EN 61010) | Sind alle Mess-, Steuer- und Regelgeräte nach geltenden Gerätesicherheitsnormen ausgewählt (CE-Kennzeichnung vorhanden, Einhaltung von 61010 z. B. bei Selbstbauten oder Schaltschränken gewährleistet)? | □ | |
| DIN EN 61326 (EMV) | Sind die EMV-Anforderungen für MSR-Geräte und -Anlagen berücksichtigt (Industrieumgebung Klasse A, ausreichende Störfestigkeit, Durchführung von EMV-gerechtem Einbau und Verkabelung geplant)? | □ | |
| VOB/C DIN 18386 (GA-Vertrag) | Entsprechen die Planungs- und Ausschreibungsunterlagen den ATV GA-Vorgaben (Leistungsbeschreibung eindeutig, Nebenleistungen definiert, Abrechnung z. B. pro Datenpunkt geregelt, Dokumentationspflichten aufgeführt)? | □ | |
| Weitere spezielle Normen | Wurden projektspezifische Vorschriften (z. B. ATEX bei Ex-Schutz, VDI 6022 bei Lüftungshygiene, ggf. DIN EN 50518 Leitstellen) in der Planung berücksichtigt, falls relevant? | □ |
Legende: OK = erfüllt (Ja/Nein), Bemerkung = Erläuterung bei Abweichung oder Besonderheit. Diese Prüftabelle ist vom Prüfer vollständig auszufüllen. Jede mit "Nein" bewertete Position erfordert eine Eintragung unter Bemerkungen sowie eine Rückmeldung an den Planer mit Korrekturempfehlungen. Im Sinne einer gerichtsfesten Dokumentation werden festgestellte Mängel mit Bezug auf Normen oder Vertragsbedingungen begründet.
