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Automationssysteme Betreiberpflichten MSR

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Schaltschrankanlagen mit MSR-Komponenten

Schaltschrankanlagen mit MSR-Komponenten

Dieses Dokument definiert verbindliche Betreiberpflichten für Schaltschrankanlagen mit Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (MSR) und Leistungsteilen in Industriegebäuden. Es richtet sich insbesondere auf Steuerungsteile/MSR und Leistungsteile gemäß VDMA 24186-4 und 24186-5. Der Zweck ist, den Rahmen für den sicheren, zuverlässigen und energieeffizienten Betrieb dieser Anlagen zu schaffen. Durch klar geregelte Wartung, Inspektionen und Dokumentation nach geltenden Vorschriften (z. B. BetrSichV, ArbSchG) sollen Ausfälle und Sicherheitsrisiken minimiert werden. Die Betreiberpflichten sollen eine durchgängige Instandhaltung, Prüfung und Nachweisführung gewährleisten, um rechtliche Anforderungen, Anlagensicherheit und Betriebskontinuität zu sichern.

Die festgelegten Betreiberpflichten nach VDMA 24186-4 und 24186-5 gewährleisten die Compliance mit gesetzlichen Vorgaben und Standards. Regelmäßige präventive Wartung sowie umfassende Dokumentation schaffen die Grundlage für einen sicheren, zuverlässigen und energieeffizienten Anlagenbetrieb. Durch systematische Umsetzung der Maßnahmen – von der Risikoanalyse über die Fachschulung bis zur Leistungskontrolle – werden Haftungsrisiken minimiert und der Wert der Anlagen erhalten. Nur durch konsequente Ausführung aller Prüf- und Wartungsaufgaben im Sinne dieser Richtlinien kann der Betreiber die volle Funktionstüchtigkeit und Sicherheit der Schaltschrankanlagen gewährleisten. So werden sowohl der Anlagenschutz als auch die Betreiberverantwortung erfüllt.

Betreiberpflichten für Automationssysteme in der MSR-Technik

Gesetzlicher und normativer Rahmen

Anlagenbetreiber müssen nationale Gesetze und relevante technische Regeln beachten. Die VDMA 24186-4 legt ein einheitliches Leistungsprogramm für Wartungsarbeiten an MSR-Einrichtungen und Gebäudeautomationssystemen fest. Der VDMA 24186-5 definiert analog das Leistungsprogramm für elektrotechnische Geräte und Anlagen. Diese Leitblätter werden in Verbindung mit VDMA 24186 Teil 0 angewendet. Auf nationaler Ebene schreibt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) vor, dass Arbeitsmittel (hier: Schaltschrankanlagen) sicher betrieben und regelmäßig geprüft werden müssen. Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) muss der Arbeitgeber alle Gefährdungen ermitteln und Schutzmaßnahmen ableiten. Die DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) zur elektrischen Sicherheit gilt explizit für Schaltschränke als ortsfeste elektrische Anlagen. Ergänzend sind DGUV Vorschrift 1 („Grundsätze der Prävention“) und gegebenenfalls DGUV Regel 100-500 (Betreiben von Arbeitsmitteln) zu berücksichtigen. Darüber hinaus sind einschlägige DIN- und VDE-Normen wie DIN EN 60204-1 („Elektrische Ausrüstung von Maschinen“) und DIN VDE 0105-100 („Betrieb elektrischer Anlagen“) zu beachten, die Anforderungen an die Planung, Dokumentation und sicheren Betrieb elektrischer Schaltschränke enthalten.

Allgemeine Betreiberpflichten

Der Betreiber ist dafür verantwortlich, dass alle Schaltschränke betriebsbereit und in sicherem Zustand sind. Er muss fachkundige Personen benennen, die Wartung und Prüfungen durchführen dürfen (z. B. Elektrofachkräfte, elektrotechnisch unterwiesene Personen). Diese sollen regelmäßig entsprechende Unterweisungen und Schulungen erhalten. Der Betreiber hat eine präventive und reaktive Instandhaltungsstrategie umzusetzen: Er erteilt Wartungsaufträge, stellt Ersatzteile und Messmittel bereit und organisiert die Behebung von Mängeln unverzüglich. Die gesamte relevante Dokumentation (Pläne, Schaltbilder, Prüfprotokolle, Handbücher) muss vorgehalten und bei Fremdfirmen verfügbar sein. Wird Wartung extern vergeben, ist sicherzustellen, dass Auftragnehmer die Anforderungen verstehen und einhalten. Bei Mängeln oder Unfällen ist der Betreiber unverzüglich tätig und informiert gegebenenfalls Versicherungen und Behörden. Letztlich umfasst die Betreiberpflicht die Durchsetzung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses im Instandhaltungsmanagement, um Ausfallzeiten zu minimieren und die Anlagensicherheit dauerhaft zu gewährleisten.

Anwendungsbereich

Die Wartungspflichten nach VDMA 24186-4 beziehen sich auf Steuerungs- und Regelteile in Schaltschrankanlagen (Sensoren, Regler, Aktoren, Kommunikationsmodule, Visualisierungsgeräte etc.). Diese Komponenten gewährleisten die automatisierte Anlagensteuerung. Der Betreiber stellt sicher, dass alle MSR-Baugruppen gemäß den Herstellerangaben und VDMA-Standards regelmäßig geprüft und instand gehalten werden.

Wartungsaufgaben

  • Sichtprüfung: Kontrolle der fachgerechten Verdrahtung, Anschlüsse und Beschriftungen auf Beschädigungen, Korrosion oder Fehlverdrahtung.

  • Reinigung: Funktionserhaltende Reinigung des Schaltschrank-Innenraums und der Lüftungsfilter, um Verschmutzungen zu entfernen, die zu Überhitzung führen könnten.

  • Funktionstests: Überprüfung der Bedienelemente (Schalter, Taster, Leuchtmelder, Anzeigen) und Sicherheitsfunktionen (z. B. Not-Aus-Funktion, Temperaturschalter) auf richtige Funktion.

  • Sensor-/Aktortests: Test oder Kalibrierung von Sensoren und Sollwertgebern sowie Prüfung der Aktoren (z. B. Stellventile, Motoren) entsprechend Herstellervorgaben.

  • Software und Firmware: Aktualisieren von Steuerungssoftware und Parametern, Überprüfung von Programmlogik und Schnittstellen (z. B. Kommunikationsmodule) sowie Prüfung der Datensicherung und Wiederherstellbarkeit.

  • Notstromversorgung: Test von Notstrom- oder Batteriesystemen (falls im Schaltschrank vorhanden) nach VDMA 24186-4 Abschnitt 2.1.2.

  • Abgleich und Justage: Nachstellen und Justieren von Sollwerten, etwa bei Reglern und Grenzwertschaltern.

Dokumentation

Alle Wartungsergebnisse und Prüffeststellungen sind schriftlich festzuhalten. Dies umfasst Wartungsprotokolle, Prüfberichte und Kalibrierzertifikate. Die Unterlagen müssen Angaben zu Datum, durchführendem Personal, erkannten Mängeln und durchgeführten Maßnahmen enthalten. Zudem sind Schaltpläne, Softwareversionen und Schnittstellenbeschreibungen zu aktualisieren. Die Dokumentation ist langfristig aufzubewahren und bei Bedarf (Audit, behördliche Prüfung) vorzulegen.

Anwendungsbereich

Gemäß VDMA 24186-5 erstreckt sich die Wartung auf die elektrotechnischen Leistungskomponenten in Schaltschränken: Leistungsschütze, Schützkombinationen, Sicherungen, Leistungstransformatoren, Netzteile, Frequenzumrichter und Betriebsmittel der Energieversorgung. Der Betreiber hat sicherzustellen, dass diese elektrischen Anlagenkomponenten den VDE-Sicherheitsanforderungen genügen und ihre Funktion erhalten bleibt.

Wartungsaufgaben

  • Isolationsprüfung: Regelmäßige Messung des Isolationswiderstands von Leitungen, Motoren und anderen Maschinen zur Erkennung von Feuchtigkeit oder Isolationsschäden.

  • Schutzorgan-Prüfung: Kontrolle und Simulation der Funktion von Überstrom- und Kurzschlussschutzeinrichtungen (Leistungsschalter, Sicherungsautomaten) nach Herstellervorgaben.

  • Anschlüsse festziehen: Überprüfung und Nachziehen von Klemmen und Schraubverbindungen für Leitungen, um sicheren Kontakt und optimale Wärmeabfuhr zu gewährleisten.

  • Kontakttests: Funktionstest von Leistungsschützen, Relais und Trennschaltern. Besondere Aufmerksamkeit gilt Kontaktabbrand; verschlissene oder verbrauchte Komponenten sind zu tauschen.

  • Komponentenreinigung: Beseitigung von Staub, Öl und Korrosion auf Schaltgeräten und in Lüftungskanälen, um Lüftungsbehinderungen zu vermeiden und Kriechströmen vorzubeugen.

  • Überspannungsschutz: Prüfung von Überspannungsableitern und Blitzschutzkomponenten (falls im Schaltschrank verbaut) auf Beschädigung und Funktionsfähigkeit.

  • Frequenzumrichter / Netzteile: Überprüfung von Kondensatoren, Lüftern und Filterbatterien sowie Funktionsprüfung der Leistungsumrichter nach Herstellerangaben.

  • Netzqualität: Gelegentliche Lasttests unter Betriebsbedingungen, um Einschaltvorgänge und Spannungseinbrüche zu beobachten.

Dokumentation

Auch hier sind alle Prüfergebnisse in Inspektionsberichten zu dokumentieren. Diese Berichte enthalten Prüfdatum, Prüfkriterien, festgestellte Abweichungen und durchgeführte Reparaturen oder Justagen. Etwaige ausgetauschte Bauteile und deren Spezifikationen sind zu verzeichnen. Die Dokumentation muss nachvollziehbar belegen, dass die Anlagen den einschlägigen Schutzklassen und Vorschriften entsprechen.

Präventive Instandhaltungsstrategie

Die Betreiberpflichten sehen vor, Wartungsarbeiten langfristig zu planen und vorbeugend auszuführen. Dazu ist der Wartungsbedarf gemäß VDMA 24186 in das jährliche FM-Wartungskonzept zu integrieren. Dabei werden routinemäßige Inspektionen (sicht- und funktionsbezogene Kontrollen) von funktionellen Prüfungen (Simulieren von Betriebszuständen) und umfangreichen technischen Checks (z. B. Isolationsmessung, thermografische Inspektion) unterschieden. Moderne Anlagen erlauben den Einsatz von Zustandsüberwachung (z. B. Schwellwertüberwachung, Temperaturüberwachung) zur Früherkennung von Verschleiß. Bei Abweichungen von Sollwerten sind Eskalationsstufen definiert: Geringfügige Mängel werden kurzfris­tig bearbeitet, sicherheitsrelevante oder wiederholte Fehler führen zu sofortigen Sofortmaßnahmen und eventuell technischen Nachbesserungen. Die präventive Strategie umfasst auch die Planung von Wartungsfenstern und die Koordination mit Anlagenabstellungen, um Stillstandzeiten zu minimieren.

Sicherheit und Risikomanagement

Vor Inbetriebnahme und Wartung ist für jede Schaltschrankanlage eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen (ArbSchG, BetrSichV). Darin werden Risiken durch Stromschlag, Lichtbögen, mechanische Bewegungen, Überhitzung oder Ausfall von MSR-Systemen bewertet. Gefahrenquellen sind etwa freiliegende Spannungsteile, bewegliche Stellglieder oder Softwarefehler in der Steuerung. Als technische Schutzmaßnahmen sind unter anderem Schrankabschlüsse (Schlosstrennung), Schutzerdung, Fehlerschutzschalter und redundante Sensorik vorzusehen. Organisatorisch ist ein sicheres Arbeiten zu gewährleisten: Es dürfen nur Elektrofachkräfte oder unterwiesenes Personal in Schaltschränke eingreifen, und es sind entsprechende Freischalt- und Lasttrennungs-Prozeduren (z. B. Freigabescheine) zu beachten. Vor Arbeiten müssen Gefahrenschilder angebracht und persönliche Schutzausrüstung (isolierende Handschuhe, Schutzbrille, Schutzhandschuhe) bereitgestellt werden. Für Notfälle ist ein Einsatzplan zu erstellen: Dieser umfasst Maßnahmen bei Kurzschlüssen, Bränden oder Kontrollverlust, einschließlich Alarmierung von Notdiensten. Zudem muss eine schnelle Abschaltungsmöglichkeit (Not-Aus) leicht zugänglich sein. Regelmäßige Unterweisungen im Umgang mit elektrischen Gefahren sowie Erste-Hilfe- und Brandschutzübungen erhöhen die Sicherheit weiter.

Dokumentations- und Meldepflichten

Alle Wartungs- und Prüfmaßnahmen sind lückenlos zu dokumentieren. Standardisierte Formulare (z. B. nach VDMA) oder digitale Protokollfelder in einem CAFM/CMMS sollten eingesetzt werden, damit Termine, Prüfergebnisse und Mängelbehebungen nachvollziehbar gespeichert werden. Die Aufzeichnungen dienen als Nachweis gegenüber Prüfungen und Versicherungen. Besondere Vorkommnisse (z. B. Überspannungsschäden, Kurzschluss) müssen umgehend der Gebäudeleitung gemeldet und – falls meldepflichtig – den Arbeitsschutz- und Unfallversicherungsträgern angezeigt werden. Bei sicherheitsrelevanten Befunden ist der Vorgesetzte sofort zu informieren und, falls erforderlich, sind externe Fachbehörden einzuschalten. Die Dokumente sind mindestens so lange aufzubewahren, wie die Anlage in Betrieb bleibt, und darüber hinaus gemäß gesetzlicher Vorgaben (z. B. Produktsicherheit, Haftungsfristen).

Schulung und Qualifikation

An Schaltschrankanlagen dürfen nur qualifizierte Personen arbeiten. Der Betreiber stellt sicher, dass Instandhalter über eine elektrotechnische Ausbildung verfügen und mit den besonderen Anforderungen der MSR-Technik vertraut sind. Alle Fachkräfte müssen über gültige Unterweisungen in Arbeitsschutz und elektrischer Sicherheit verfügen. Es sind jährliche Auffrischungsschulungen zur MSR-Systemtechnik und Elektrosicherheit durchzuführen. Die Qualifikationsnachweise, Zertifikate und Unterweisungsprotokolle der beteiligten Mitarbeiter sind zu dokumentieren. Nur Personen mit freigabe von Elektroarbeiten (zum Beispiel Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Elektrofachkraft nach VDE) dürfen Hochspannungsarbeiten durchführen oder Schaltschränke freischalten. Eine Liste der autorisierte Personal ist zu führen, ebenso die Zuständigkeitsregelung (z. B. Anlagenverantwortlicher gem. VDE 0105-100).

Qualitätssicherung und Leistungsüberwachung

Der Betreiber etabliert Kennzahlen (KPIs), um die Instandhaltungsqualität zu messen. Dazu zählen z. B. die Anlagenverfügbarkeit, Termin- und Prüfungsrückstandsraten, Wiedervorlage von Mängeln und Reaktionszeiten auf Störungen. Regelmäßige Audits (intern und durch Wartungsdienstleister) überprüfen die Einhaltung der Wartungspläne und VDMA-Checklisten. Fremdfirmen werden nach Qualitätskriterien beauftragt und ihre Leistung anhand vertraglich festgelegter Standards bewertet. Benchmarks können sich an VDMA-Anforderungen oder FM-Standards orientieren. Aus Fehlern und Vorfällen werden Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet (KVP). Eine ständige Optimierung des Wartungsprozesses (z. B. Anpassung von Intervallen bei verschärften Betriebsbedingungen) soll die Zuverlässigkeit der Anlagen langfristig steigern.

Betreiberpflichten

Verpflichtung

Grundlage

Häufigkeit

Zuständigkeit

Dokumentation

Wartung von MSR-Steuerungsschränken

VDMA 24186-4

Jährlich / OEM-Anforderung

Betreiber / Dienstleister

Wartungsprotokoll

Wartung von Leistungsschränken

VDMA 24186-5

Jährlich / OEM-Anforderung

Betreiber / Dienstleister

Prüfprotokoll

Prüfung von Controllern und Software

VDMA 24186-4

Halbjährlich

Beauftragter Dienstleister

Testprotokoll

Prüfung von Sicherungen, Schützen und Leistungsschaltern

VDMA 24186-5

Jährlich

Elektrofachkraft

Prüfprotokoll

Durchführung von Firmware- und Software-Updates

VDMA 24186-4

Nach Bedarf

Betreiber / Spezialist

Änderungsnachweis

Reinigung und Nachziehen elektrischer Verbindungen

VDMA 24186-5

Jährlich

Serviceanbieter

Checkliste

Integration in FM-Prozesse

Die Wartung der Schaltschränke wird in das übergeordnete Facility-Management eingebunden. Wartungstermine werden mit den Zustell- und Personalzeiten anderer Gewerke (z. B. Lüftung, Beleuchtung) abgestimmt, um Stillstände zu minimieren. Die Informationen über Schaltanlagenpflege fließen in das Energiemanagement ein, da Anlagenzustände direkt den Energieverbrauch beeinflussen. Alle relevanten Risiken (z. B. erhöhte Brandgefahr durch defekte Kontakte) werden im betrieblichen Risiko-Register geführt. Wartungsintervalle richten sich nach Nutzungs- und Altersprofil sowie nach Empfehlungen der Hersteller und VDMA. Für geplante Anlagenabschaltungen (Revisionen) werden diese Wartungen mit eingeplant, um Synergien zu nutzen. Darüber hinaus werden Schaltanlagen und MSR-Systeme in die zentrale CAFM-Datenbank aufgenommen, um Wartungsnachweise übersichtlich verfügbar zu halten.

Kommunikation und Störmeldungen

Interne Kommunikationswege werden eingerichtet, damit Betriebsstörungen oder Anomalien an Schaltschränken schnell gemeldet werden können. Bei Funktionsstörungen ist das Instandhaltungs- oder Facility-Management sofort zu informieren. Kritische Mängel sind zwingend an die Sicherheitsfachkraft und das Management weiterzuleiten. Alarmstufen für Störmeldungen (z. B. grün = Routine-Problem, rot = unmittelbare Gefahr) sorgen für klare Handlungsanweisungen. Treten meldepflichtige Ereignisse (z. B. Arbeitsunfälle, explosionsgefährdete Situationen) auf, informiert der Betreiber unverzüglich die zuständige Unfallversicherung und ggf. die Aufsichtsbehörde. Auch Nachträge zum Wartungsvertrag oder Änderungen in den technischen Abläufen werden transparent kommuniziert, um alle Beteiligten auf dem aktuellen Stand zu halten.

Aufbewahrungspflichten und Audit-Vorbereitung

Die Betriebsunterlagen sind langfristig zu archivieren. Dazu gehören Wartungs- und Prüfberichte, Schaltdiagramme, Softwarestände und Zertifikate. Im Fall von Audits, Zertifizierungen (z. B. ISO 9001, ISO 50001) oder behördlichen Kontrollen müssen diese Unterlagen schnell zugänglich sein. Digitale Archivsierung im CAFM erleichtert die Suche nach historischen Daten und den Nachweis der lückenlosen Betreiberdokumentation. Durch ein einheitliches Ablagesystem werden Auswertungen von Fehlerursachen und die Erfüllung von Auflagen (z. B. haftungsrechtliche Fristen) sichergestellt. Alle relevanten Wartungsnachweise verbleiben auch nach Austausch oder Außerbetriebnahme der Hardware zum Schutz vor Haftungsansprüchen.