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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Ausfallfolgen kritischer Automationsfunktionen nachvollziehbar bewerten

Facility Management: MSR » Leistungen » Sicherheit und Compliance » Ausfallfolgen

Kritikalität vom benötigten Ergebnis her bestimmen

Die Kritikalität einer MSR-Komponente sollte aus den betroffenen Funktionen abgeleitet werden, nicht aus ihrem Anschaffungspreis. Im Rahmen der Business-Impact-Analyse werden Auswirkungen einer Unterbrechung auf die benötigten Geschäftsleistungen betrachtet. Die Verbindung zur Kontinuitätsplanung ist auch Gegenstand des BCM-Managementrahmens der ISO 22301. Für die Praxis empfiehlt sich eine Zuordnung vom Geschäftsprozess über die technische Funktion bis zur Automationskomponente. Nutzer benennen die Auswirkung, Technik beschreibt Abhängigkeiten und die zuständige Leitung bestätigt das erforderliche Leistungsniveau. Unbekannte Zusammenhänge bleiben als offene Prüfaufgabe erkennbar.

Ausfallfolgen kritischer Automationsfunktionen belastbar bewerten

Ziele mit tatsächlich verfügbaren Ressourcen abgleichen

Im fiktiven Fall K-01 wird für einen zulässig unterbrochenen Geschäftsprozess eine höchstens vierstündige Unterbrechung angenommen. Das gewählte Wiederherstellungsziel beträgt drei Stunden; die vereinbarte Mindestleistung muss dann nachweisbar verfügbar sein. Dies sind ausschließlich Rechenannahmen, keine technischen Grenzwerte und keine Erlaubnis zu unsicherem Betrieb. Das Beispiel plant 150 Minuten Arbeitsschritte und 30 Minuten Reserve. Zeiten bis zur qualifizierten Zustandsbewertung werden mitgerechnet. Eine vertragliche Reaktionszusage allein genügt nicht, wenn anschließende Diagnose, Ersatzteilbereitstellung oder Funktionsprüfung das Gesamtziel überschreiten. Das Zeitbudget wird mit den tatsächlich zuständigen Beteiligten plausibilisiert.

Phase im fiktiven Fall

Zeitansatz

Erwartetes Ergebnis

Erkennen und qualifiziert bewerten

15 Minuten

Auswirkung und Zuständigkeit geklärt

Personal und Mittel bereitstellen

30 Minuten

Erforderliche Ressourcen verfügbar

Technisch wiederherstellen

75 Minuten

Voraussetzungen für Funktionsprüfung hergestellt

Prüfen und betrieblich freigeben

30 Minuten

Vereinbarte Mindestleistung nachgewiesen

Planungsreserve

30 Minuten

Puffer innerhalb des Dreistundenziels

Gesamtziel

180 Minuten

Keine Übertragung auf reale Anlagen ohne Bewertung

Gemeinsame Ausfallursachen sichtbar machen

Für K-01 werden Energieversorgung, Netzwerk, Automationsstation, Sensorik, Aktorik und die übergeordnete Bedienung getrennt betrachtet. Hinzu kommen Identitätsdienst, Engineering-Zugang, Lizenzen, Ersatzteile und erreichbare Fachkräfte. Zwei Systeme werden im Vorsorgemodell nicht als unabhängig bewertet, bevor gemeinsam genutzte Komponenten untersucht sind. Die lokale Regelungsfähigkeit bei GLT-Ausfall ist durch Dokumentation und geeignete Tests zu belegen. Sie darf nicht allein aus der Herstellerbezeichnung abgeleitet werden. Als Prüffall wird außerdem ein Netzverlust mit gleichzeitig fehlendem Fernzugang betrachtet. Damit erhält die Organisation eine belastbare Grundlage für ihr tatsächliches Rückfallverfahren.

Betriebsziele nicht mit Schutzfristen verwechseln

Die Ausfallfolgenbewertung ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung. Sichere Betriebszustände und wirksame Schutzmaßnahmen bleiben unabhängig vom wirtschaftlich gewünschten Wiederherstellungsziel erforderlich. Im Modell werden deshalb Sicherheitsgrenzen, Genehmigungsbedingungen und betriebliche Zeitziele getrennt dokumentiert. Ebenso ist die Auswirkung eines Ausfalls von seiner Eintrittswahrscheinlichkeit zu unterscheiden. Eine anschließende Risikoanalyse bewertet mögliche Ursachen und geeignete Vorsorge. Bei Datenverlust wird zusätzlich festgelegt, welche Informationen unverzichtbar sind und wie deren Aktualität bestätigt wird. Eine erfolgreiche Serverwiederherstellung allein erfüllt noch kein Ziel für die tatsächliche Kälteversorgung.

Zielniveau und Vorsorge gemeinsam verantworten

Die abschließende Funktionskarte enthält Geschäftsprozess, Mindestleistung, technische Abhängigkeiten, Zeitbudget und bestätigte Verantwortliche. Reicht die verfügbare Leistungsfähigkeit nicht aus, entscheidet die Leitung über zusätzliche Vorsorge oder eine zulässige Anpassung des Geschäftsprozesses. Erforderliche Schutzmaßnahmen bleiben davon unberührt. Das Ergebnis fließt in Verträge, Bereitschaftsplanung und Übungsszenarien ein. Die allgemeine Methodik wird unter BCM weitergeführt. Der Mehrwert entsteht durch überprüfbare Zusagen: Nutzer erhalten realistische Verfügbarkeitsaussagen, Fachfirmen eindeutige Leistungsanforderungen und Investitionsentscheider eine begründete Priorisierung. Jede wesentliche Anlagen- oder Nutzungsänderung gibt Anlass, die Annahmen erneut zu prüfen. Ergebnisse werden mit den betroffenen Prozessverantwortlichen abgestimmt.