Vom ISP zum ASP
Der in Bestandsanlagen weiterhin verbreitete Begriff Informationsschwerpunkt (ISP) beschreibt traditionell die räumlich beziehungsweise hierarchisch orientierte Zusammenfassung von Regel- und Steuereinrichtungen. Für moderne Gebäudeautomation wird bevorzugt der Begriff Automationsschwerpunkt (ASP) verwendet. Dieser stellt die funktionale Zusammenfassung der GA-Bausteine in den Mittelpunkt und kann räumlich, physikalisch oder virtuell ausgeprägt sein.
Automationsschwerpunkte für eine effiziente Gebäudesteuerung
ASP als Managementobjekt
Ein ASP sollte nicht nur als Schaltschranknummer verstanden werden. Er bildet eine eindeutig identifizierbare technische und organisatorische Einheit mit zugeordneten Anlagen, Automationsstationen, Datenpunkten, Kommunikationsverbindungen, Energieversorgung, Softwareständen und Verantwortlichkeiten.
|
| Kennzeichnung | eindeutige ASP-ID |
| räumliche Zuordnung | Gebäude, Bereich, Technikzentrale |
| Anlagenzuordnung | versorgte TGA-Systeme |
| Automation | Controller und I/O |
| Kommunikation | Netzwerk und Protokolle |
| Versorgung | Einspeisung und Absicherung |
| Dokumentation | Schaltplan, DPL, Software |
| Betrieb | Verantwortlichkeit und Kritikalität |
Bestand kompatibel halten
Bei bestehenden Anlagen kann die Bezeichnung ISP beibehalten werden, wenn sie organisatorisch etabliert ist. Für Neuplanungen empfiehlt sich jedoch eine konsistente ASP-Systematik. Eine Migration sollte keine bloße Umbenennung sein, sondern technische und organisatorische Zuordnungen verbessern.
Physisch und virtuell denken
Cloud-Dienste, verteilte Automationsgeräte und IP-basierte Systeme lösen die frühere Gleichsetzung „ein Schaltschrank = ein ISP“ zunehmend auf. Der ASP eignet sich deshalb besser für moderne Architekturen.
ASP wird zum digitalen Anker
Eine gute ASP-Struktur verbindet Schaltschrank, Automationsstation, Anlagen, Datenpunkte, CAFM-Assets, Netzwerksegment und Dokumentation. Damit entsteht eine belastbare Struktur für Betrieb und Instandhaltung.