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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

MSR-Betriebskonzept nach VDI 3810

Facility Management: MSR » Strategie » Betriebskonzept

MSR als Betriebsinstrument

MSR-Technik entfaltet ihren Wert nicht durch die Anzahl installierter Datenpunkte, sondern durch die zuverlässige Wirkung technischer Funktionen. Ein Betriebskonzept verbindet deshalb Sensorik, Aktorik, Regelung, Automationsstationen, Schaltschränke, Kommunikation und Managementebene mit den Prozessen des Facility Managements. Entscheidend ist, wer die Systeme bedienen darf, welche Funktionen bestimmungsgemäß verfügbar sein müssen, wie Abweichungen erkannt werden und wie Änderungen beherrscht erfolgen.

MSR-Betriebskonzept für zuverlässige technische Anlagensteuerung

VDI 3810 als Betriebsrahmen

Für MSR und Gebäudeautomation sind insbesondere VDI-MT 3810 Blatt 1 mit den allgemeinen Grundsätzen für Betrieb und Instandhaltung sowie VDI/GEFMA 3810 Blatt 5 für Gebäudeautomation relevant. Die anlagenspezifischen Blätter der Reihe sind zusätzlich dort einzubeziehen, wo die Automation Heizungs-, Trinkwasser-, RLT-, Aufzugs- oder Entwässerungsfunktionen beeinflusst. Die Richtlinienreihe stellt den sicheren, bestimmungsgemäßen, bedarfsgerechten und nachhaltigen Betrieb in den Mittelpunkt.

Managementfeld

MSR-Anforderung

Betriebssicherheit

Funktionen, Verriegelungen und Rückfallebenen wirksam halten

Betreiberorganisation

Rollen, Rechte und Eskalationen festlegen

Instandhaltung

Komponenten und vollständige Funktionsstrecken betrachten

Dokumentation

Sollzustand und Istzustand synchron halten

Energie

Betriebsparameter und Regelstrategien kontinuierlich optimieren

Änderungen

Freigabe, Versionierung, Test und Rollback organisieren

Störungen

Ursachen statt lediglich Meldungen bearbeiten

Daten

Datenqualität, Verfügbarkeit und Hoheit sicherstellen

Betrieb aus Funktionen denken

Die fachliche Einheit ist nicht allein das Gerät. Ein Temperaturfühler ist nur sinnvoll zu bewerten, wenn nachvollzogen wird, welchen Regelkreis er beeinflusst, welches Stellglied reagiert, welche Sicherheitsgrenzen gelten und wie die resultierende Anlagenfunktion überwacht wird. Das Betriebskonzept sollte deshalb von Funktionsketten und Wirkzusammenhängen ausgehen. Gerade bei RLT-, Heizungs- und Kälteanlagen entscheidet die Qualität dieser Ketten über Verfügbarkeit, Komfort und Energieverbrauch.

Organisation vor Technik

Die MSR-Organisation benötigt einen fachlich verantwortlichen SystemOwner, definierte Bedien- und Administrationsrechte, geregelte Schnittstellen zu den TGA-Gewerken sowie eindeutige Prozesse für Alarmbearbeitung, Softwareänderungen, Parametrierung, Datensicherung und Wiederherstellung. Eigenleistung und Fremdleistung können kombiniert werden; die Steuerungsfähigkeit des Betreibers darf dabei jedoch nicht ausgelagert werden.

Betrieb als kontinuierliche Verbesserung

Ein leistungsfähiges MSR-System macht Abweichungen sichtbar und unterstützt ihre systematische Beseitigung. Trenddaten, Alarmstatistiken, Energiekennwerte, Laufzeiten und Stellgrößen bilden dafür eine operative Informationsbasis. Damit wird MSR vom reaktiven Störungsinstrument zum Werkzeug einer vorausschauenden technischen Betriebsführung.